6.7

MB-Kritik

G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge 2026

Action, Adventure, Animation

6.7

Caleb McLaughlin
Gabrielle Union
Stephen Curry
Aaron Pierre
Nicola Coughlan
David Harbour
Nick Kroll
Jenifer Lewis
Patton Oswalt
Jelly Roll
Jennifer Hudson
Sherry Cola
Eduardo Franco
Andrew Santino
Bobby Lee
Wayne Knight

Inhalt

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Will, ein kleiner Ziegenbock mit großen Träumen. Er bekommt die einmalige Chance, einem Profiteam beizutreten und Roarball zu spielen – ein kontaktintensiver Hochleistungssport, bei dem die schnellsten und furchterregendsten Tiere der Welt dominieren. Wills neue Teammitglieder sind daher nicht gerade begeistert, nun eine schmächtige Ziege in ihrer Mannschaft zu haben, doch Will ist wild entschlossen, den Sport zu revolutionieren und ein für alle Mal zu beweisen, dass auch Kleine ganz groß rauskommen können.

Kritik

Es ist bemerkenswert, wie sich Sony Animation in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Was einst mit Titeln wie Jagdfieber (2006) und Könige der Wellen (2007) begann – solide Unterhaltung, die jedoch kaum im Gedächtnis blieb – hat sich inzwischen zu einer Marke entwickelt, die für Kreativität und visuelle Kühnheit im US-amerikanischen Animationskino steht. Der bahnbrechende Spider-Man: A New Universe (2018) darf ohne Zweifel zu den einflussreichsten Animationsfilmen der letzten Dekade gezählt werden. Sein innovativer Stil und sein erzählerischer Mut beeinflussten nicht nur zahlreiche Projekte innerhalb Sonys, sondern setzten auch bei Konkurrenten wie DreamWorks neue Maßstäbe. Mit G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge versucht das Studio nun, diese Erfolgsformel zu wiederholen: ein visuell beeindruckendes Spektakel, eine im Kern einfache Geschichte und eine Inszenierung, die den Zuschauer mit Eindrücken geradezu überflutet.

Visuelle Pracht trifft auf bekannte Strukturen

Die Stärke von G.O.A.T. liegt ohne Frage in seiner Bildsprache. Die Welt, in der der Film spielt, wirkt fast schon surreal und phantastisch, deutlich jenseits der eher realitätsnahen Darstellung in Disney-Titeln wie Zoomania. Die Handlung dreht sich um die Sportart Roarball, eine tierische Variante des Basketballs, die neben klassischen Spielzügen wie Slam Dunks und Korblegern zusätzliche, fantasievolle Elemente integriert: herabfallende Stalaktiten, aufbrechende Eisschollen oder andere klimatische Herausforderungen sorgen für unvorhersehbare Wendungen auf dem Spielfeld. Das sorgt für Action, die jedoch nicht auf das Spielfeld beschränkt bleibt. Die Kameraführung rast, die Schnitte wechseln im Sekundentakt, und Gags – von subtil bis überdreht – werden in einem unaufhörlichen Strom präsentiert.

Diese Überfülle an visuellen und humoristischen Reizen zeigt zugleich die Schwächen des Films auf. Nach einer Weile wirkt die ständige Reizüberflutung ermüdend. Die Balance zwischen Erzählung und Action ist deutlich verschoben: Die hyperaktive Inszenierung dominiert so sehr, dass die eigentliche Geschichte beinahe untergeht. Zwar folgt G.O.A.T. den klassischen Regeln des Sportfilms, doch die emotionale Tiefe und die Charakterentwicklung bleiben weitgehend auf der Strecke. Es entsteht der Eindruck, dass das Werk lieber beeindruckt als berührt.

Gelungene Ansätze – verschenktes Erzählerisches

Trotz dieser Defizite verdient der Film Anerkennung für einige modern umgesetzte Aspekte. Beispielsweise geht er mit Geschlechterrollen locker und zeitgemäß um, ohne dabei belehrend oder aufgesetzt zu wirken. Diese subtile Modernität ist eine der wenigen erzählerischen Qualitäten, die das Werk auszeichnet. Leider bleibt sie isoliert und kann die übrigen Schwächen nur unzureichend ausgleichen. So wirkt der Film insgesamt eher wie ein spektakuläres, aber flaches Unterhaltungsprodukt: visuell faszinierend, inhaltlich jedoch oberflächlich und konventionell.

Während Disney-Titel wie Zoomania auf eine eher realistische, urbane Tierwelt setzen, nutzt G.O.A.T. die Freiheit der Animation für eine phantastische, fast schon dystopische Dschungelstimmung. Diese kreative Entscheidung verleiht dem Film einen eigenständigen Charakter und zeigt, dass Sony bereit ist, visuelle Grenzen zu erweitern. Die Kombination aus Fantasieelementen und sportlicher Action ist beeindruckend inszeniert, doch die narrative Kohärenz leidet darunter. Die Geschichte bleibt schemenhaft, während die Inszenierung permanent auf Hochtouren läuft.

Sony Animation liefert mit G.O.A.T. ein technisch beeindruckendes Werk ab, das optisch überwältigt, gleichzeitig aber erzählerisch enttäuscht. Die fantasievolle Welt, die rasante Inszenierung und die gelungenen modernen Ansätze bei Geschlechterrollen können den filmischen Mangel an Tiefe und Substanz nicht vollständig kompensieren. Für ein Publikum, das spektakuläre Bilder liebt, bietet der Film hyperaktive Unterhaltung.

Fazit

"G.O.A.T. - Bock auf große Sprünge" bietet phantastische Tierwelten und rasante Action, leidet aber unter einer austauschbaren Malen-nach-Zahlen-Geschichte. Im Kern ist es ein hyperaktives "Zoomania", dessen visuelle Brillanz im Kontrast zur erzählerischen Qualität steht.

Autor: Sebastian Groß
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