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Inhalt

Roy hält sich ebenso mit kleinen Gaunereien über Wasser wie seine attraktive Freundin Myra und seine Mutter Lily. Jahrelang haben sich Mutter und Sohn nicht gesehen, doch als Roy nach einem Knüppelhieb in den Bauch zu sterben droht, kümmert sich Lily, die in ständiger Angst vor der Mafia lebt, um ihn. Um die eifersüchtige Myra zu beruhigen, verreist Roy mit ihr. Nun erfährt er erst, daß Myra einst eine professionelle Gaunerin war. Als sie über Lily sprechen, kommt es zum Streit. Roy setzt sie vor die Tür. Aus Rache folgt Myra Lily, die vor dem Mob flieht. Ein tödliches Spiel beginnt, daß nur einer der drei zwar lebend, aber doch als Verlierer verlassen wird.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Drei sind oft mindestens einer zu viel. In dem speziellen Fall ist sich sogar jeder so selbst der Nächste, das auch eine schlichte Partnerschaft – sei sie amouröser oder verwandtschaftlicher Natur – von vornherein nahezu ausgeschlossen ist. Eigentlich weiß dies speziell auch Protagonist Roy (John Cusack, Never Grow Old), denn nach diesem Kredo wurde er erzogen. Nicht von seiner Mutter Lilly (Anjelica Huston, John Wick: Kapitel 3),  aus deren nie vorhandenen Obhut hat er sich schnellstmöglich entzogen. Die Regeln des Spiels lernte er auf der Straße, von den Besten ihres Fachs. Keine Partner und keine großen Dinger. Dann überlebst du als geschickter Trickbetrüger. Wirst wahrscheinlich nie an die ganz große Kohle herankommen, gerätst aber gleichzeitig auch nie in die Bredouille, dem Knast oder im schlimmsten Falle dem selbstgeschaufelten Grab zu nahe zu kommen. Eine gewisse Form von Bescheidenheit, die jedoch auch beinhaltet nur von der Hand in den Mund zu erschwindeln. Ein immer noch riskantes Vorhaben, ohne die Chance auf die fette Auszahlung. Damit ist Roy bisher wenigstens überlebensfähig gefahren. Bis eine seiner kleinen Fisimatenten auffliegt, ihn ein Baseballschläger innerlich ziemlich zertrümmert und unverhofft seine Mutter plötzlich am Krankenbett steht.

Lilly verdient sich ihren Lebensunterhalt durch Quotenmanipulation an der Pferderennbahn im Auftrag der Mafia. Ausgerechnet durch die seltene Kontaktaufnahme zu ihrem Sohn verpasst sie einen sehr wichtigen Einsatz und steht nun bei dem Mob heftig in der Kreide. Irgendwie muss die Kohle wieder refinanziert werden. Gleichzeitig entdeckt Roy erst, dass er seiner Flamme Myra (Annette Bening, American Beauty) gar nicht so lange seine echten Broterwerb hätte verheimlichen müssen, denn sie selbst hat es faustdick hinter den Ohren. Hat früher als Lockvogel finanzkräftige Trottel auf dem Silbertablett serviert, ist nun aber ohne ihren früheren Partner auf sich allein gestellt. Muss daher oft ihren Körper und ihre Weiblichkeit sehr direkt verkaufen, um irgendwie über die Runde zu kommen. Das macht sie geschickt, dennoch kommt sie kaum über den Status einer Prostituierten heraus. Nur, dass es sich ihre „Freier“ nicht direkt als solche verstehen. Nun hat sich dieses Trio gefunden. Die lieblose Mutter in der Schuld der Mafia. Der Ausreißer mit der Straßen-Cleverness ausgestattet, sich nie zu weit aus dem Fenster zu lehnen und niemanden zu trauen. Und der verführerische Vamp, dem man niemals über den Weg trauen darf, da es dessen einziger Trick ist: Männer nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.  

Wer welches Stück des Kuchens abbekommt, das ist nicht der Reiz des Films. Denn eigentlich weiß man genau, sobald ein Kuchen in greifweite ist, wird definitiv nicht geteilt. Sich höchstens solange verbündet, bis einer die Chance bekommt die anderen auszubooten. Liebe und Partnerschaft sind in diesem Business nicht mehr als Floskeln und Blut vielleicht dicker als Wasser, aber niemals dicker als der Egoismus, die Habgier und die Niedertracht. Es ist ein wenig wie der Bomben-Vergleich, mit dem Hitchcock mal den Begriff Suspense erläuterte: Die Spannung entsteht nicht dadurch, ob etwas Bestimmtes geschehen wird oder nicht, sondern nur wann, wie und was die Konsequenzen sind. Ohnehin erinnert der von Martin Scorsese (The Irishman) produzierte und von Stephen Frears inszenierte Film irgendwie an einen Hitchcock, nur in einer individuellen Stilistik. Was insofern eine interessante Feststellung ist, da Frears´ Kinodebüt The Hit (1984) ähnliche Assoziationen zu den Werken von Sam Peckinpah zuließ. Was hier zwar als lässige, aber dennoch von Anfang an schon leicht wehmütige, in Nuancen gar melancholisch angehauchte Gaunergeschichte beginnt, bekommt mit zunehmender Laufzeit einige ziemlich böse Momente hinzu. Nicht zu viel, nicht zu krass, aber da schlummert was. Es wird irgendwann wehtun.

Die Bombe unter dem Tisch, sie tickt. Im letzten Drittel ist der Spaß endgültig (wenn er denn mal wirklich richtig da war oder auch nur eine vorgegaukelte Illusion) vorbei. Nun kann Hitchcock sogar direkt zitiert werden. Anleihen von Vertigo – Aus dem Reich der Toten, Marnie oder sogar Psycho schimmern durch, ohne sie richtig in den Vordergrund zu kehren. Dafür – und das macht den Film so geschickt wie gelungen – ist Grifters viel zu eigenständig und erzählt seine Geschichte auf eine angenehme Weise zwischen unkonventionellem Psychodrama und trotzdem leicht zugänglicher Thriller-Kost. Eine Ménage-à-trois, bei der die Weichen vom Start an auf Fiasko gestellt sind. Wie fatal es am Ende ausfallen wird, überrascht in der Deutlichkeit sogar etwas. Wenn selbst in vermutlich ehrlicher Trauer reflexartig das Blutgeld zusammen gerafft wird - aber wie gesagt, nicht ist dicker als der eigene, verdorbene Charakter.

Fazit

Schade, dass sich Stephen Frears nicht häufiger an solchen Werken versucht hat. Wie schon bei „The Hit“ beweist er ein hohes Talent und dramatisch kluges Fingerspitzengefühl für die Mischung aus spannender, cooler, aber nie hektischer Thriller-Kost und zwischenmenschlichen Konflikten, die zwangsläufig auf eine Katastrophe zusteuern. In Stil und Darbietungsweise dabei durchaus wandlungsfähig. Ein feiner Film mit toller Besetzung, der oft auch nur in Nebensätzen Erwähnung findet.

Autor: Jacko Kunze

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