{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nachdem seine Tochter von einem skrupellosen Verbrechersyndikat entführt wird und die korrupte Polizei untätig bleibt, nimmt Wang Wei (Xie Miao) ihre Rettung selbst in die Hand. Auf seiner Suche trifft er auf den kompromisslosen Journalisten Navin (Joe Taslim), der seit dem mysteriösen Verschwinden seiner Frau einen persönlichen Feldzug gegen das Netzwerk führt. Getrieben von Verlust und Vergeltung geraten die beiden Männer in einen brutalen Strudel der Gewalt – und stellen sich einer übermächtigen Organisation, die keine Zeugen hinterlässt.

  • 79gynlnck7kfqpayqi13nlatk07
  • 9sxuscnwhjmoa6jaufgdde2devu
  • Dkjwmamujxse8jqqlatij47vjkn
  • 6hqlplzngg1uja7a4nvxvtgbgnw
  • Yihzejsmvtrloud6qsz7vxqsnpw
  • 3vxtusosh5a0jpggkhwdv0joc8m
  • B94br0pfwr0gkibgp5i6fgneual
  • Almcq0z8fmqylytav4czfr3lrs3
  • W8sdv9irl1eqokoek58wglmo8bg
  • Ifhtmyx1cbbpyckxlgncf0dplca
  • Vkt3wqmtqxcc5pzu6jxomytm9ro
  • Muqdbnsrzoryw6fenivjriuil7y
Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mit The Furious lässt sich die Sache im Grunde erstaunlich knapp zusammenfassen: Hier entfaltet sich die wohl eindrucksvollste Martial-Arts-Action seit The Raid 2 (2014). Eigentlich könnte man es dabei belassen. Wirklich. Denn selten gelingt es einem Film, derart unmittelbar auf den Körper seiner Zuschauer*innen zu wirken. Diese fast physische Reaktion, dieses Gefühl von Erschöpfung (die der Rezensent bei der Sichtung hatte), das sich einschleicht, als hätte man selbst jeden Schlag ausgeführt, jede Parade gesetzt, jede Kollision durchlitten – genau das stellt sich hier ein. Es ist ein Zustand, den man nicht oft erlebt und der sich nur schwer in Worte fassen lässt, ohne pathetisch zu wirken.

Martial-Arts-Action auf höchstem Niveau: Warum "The Furious" begeistert

Natürlich sollte man diese Einschätzung einordnen. Gemeint ist dezidiert das Martial-Arts-Kino, nicht das Actiongenre als Ganzes. Denn das ist weiterhin bemerkenswert vielseitig. Werke wie The Night Comes for Us, die Mission: Impossible–Reihe,  die Filme über John Wick oder Mad Max: Fury Road demonstrieren eindrucksvoll, wie unterschiedlich Action inszeniert werden kann – von waghalsigen Stunts über stilisierte Gewaltballette bis hin zu visuell überwältigenden Wüstenexzessen angereichert mit Benzin und Wahnisnn. Es wäre vermessen, hier eine eindeutige Krone zu vergeben. Doch The Furious trifft einen ganz eigenen Nerv. Der Film entfacht ein intensives, beinahe rauschhaftes Erlebnis, das sich weniger über narrative Raffinesse als über pure kinetische Energie definiert.

Diese Wirkung entsteht nicht zufällig. Regie und Inszenierung setzen ganz auf das Zusammenspiel aus Bewegung, Rhythmus und räumlicher Klarheit. Immer wieder gibt es Momente, in denen Gewalt, Choreografie und Perspektive mit einer derartigen Hingabe zelebriert werden, dass man sich dem kaum entziehen kann. Der Adrenalinausstoß wird fast zur Anstrengung, weil der Film seinem Publikum kaum Verschnaufpausen gönnt. Diese Konsequenz zahlt sich aus: The Furious entwickelt eine Sogwirkung, die selbst erfahrene Genrefans noch überrascht.

Story vs. Spektakel: Die Schwächen von "The Furious" im Überblick

Dabei ist keineswegs alles makellos. Die Handlung erfüllt ihren Zweck, mehr aber auch nicht. Sie dient primär als Gerüst, um die nächste Auseinandersetzung einzuleiten. Besonders im Mittelteil verliert sich die Erzählung gelegentlich in kleinen Umwegen, die den Fluss etwas ausbremsen. Wer großen Wert auf stringente Dramaturgie legt, wird hier Ansatzpunkte für Kritik finden.

Hinzu kommen einige Logiklücken und narrative Sprünge, die man entweder akzeptiert oder bewusst ignorieren muss. Figuren treffen Entscheidungen, die weniger aus innerer Motivation als aus inszenatorischer Notwendigkeit entstehen. Auch der sparsame Einsatz von Schusswaffen zugunsten klassischer Nahkampfwaffen dürfte bei genauerer Betrachtung Fragen aufwerfen. Doch solche Einwände verlieren schnell an Gewicht, sobald die nächste Kampfszene einsetzt.

Auch tonal zeigt sich der Film kompromissbereit. Zwar wird kein exzessives Blutbad zelebriert, doch die Inszenierung schreckt nicht davor zurück, Gewalt in unangenehmen Kontexten darzustellen. Wer eher zurückhaltende Action bevorzugt, könnte hier an seine Grenzen stoßen - vor allem wenn Kinder oder Schwangere ins Visier geraten.

Martial-Arts-Perfektion

Was The Furious ebenfalls trägt, ist seine (im Kontext des Genres) herausragend besetzte Riege an Kampfkünstler*innen. Mit  (Everything Everywhere All at Once), (Baby Assassins 2) oder  (Chocolate - Süß und tödlich) stehen gleich mehrere versierte Expert*innen vor der Kamera, die ihr Können mit spürbarer Hingabe einsetzen. Hier wird nicht nur gespielt – hier wird filmisch gekämpft, mit Präzision, Tempo und einem feinen Gespür für Rhythmus.

Nicht zu vergessen die Hauptdarsteller: Der chinesische Streamingstar Xie Miao (Fight Against Evil) verkörpert den liebenswerten, stummen Vater mit der notwendigen Leinwandpräsenz und verleiht der Figur eine greifbare Intensität. Deutlich bekannter dürfte sein Leinwandpartner Joe Taslim sein, der nicht nur als Sub-Zero in den modernen Mortal Kombat-Titeln zu sehen war, sondern auch im legendären The Raid (2011) Teil des Ensembles war und dort ein bemerkenswertes Duell mit Yayan Ruhian (Codename 13) lieferte. So eindrucksvoll fiel dieses Aufeinandertreffen aus, dass The Furious nun gewissermaßen eine zweite Runde daraus macht.

Jede*r Einzelne bringt eine eigene Dynamik in die Auseinandersetzungen ein, wodurch sich die Kämpfe durchgehend frisch und abwechslungsreich anfühlen. Die Choreografien überzeugen durch Klarheit und Einfallsreichtum: chaotisch, aber nie unübersichtlich, roh, aber zugleich präzise durchkomponiert. Immer wieder streut der Film kleine Variationen ein, die verhindern, dass sich Routine einschleicht.

The Furious ist ein Werk, das genau weiß, was es sein will – und was es kann. Dieses Ziel verfolgt der Film mit bemerkenswerter Konsequenz und spürbarer Hingabe. Erzählerisch werden dabei keine neuen Maßstäbe gesetzt, doch in seiner eigentlichen Disziplin gehört die Action zum Eindrucksvollsten, was das moderne Martial-Arts-Kino derzeit zu bieten hat. Für Fans ist das ein wahres Fest, für Neulinge eine intensive Erfahrung, die durchaus überfordern kann. Der Autor dieser Zeilen hat den Kinosaal jedenfalls lange nicht mehr derart überwältigt und erschöpft verlassen. Es mag nach einem Kraftakt, nach einem Kampf klingen – tatsächlich ist es Liebe. Liebe für den Actionfilm und das Martial-Arts-Kino. Wer diese Leidenschaft erwidern kann und will, dürfte im Jahr 2026 kaum einen passenderen Titel finden.

Fazit

"The Furious" ist pures Martial-Arts-Kino: kompromisslos, intensiv und körperlich spürbar. Erzählerisch schlicht, aber in seiner Action nahezu überwältigend – ein Pflichttermin für Fans und eines der stärksten Genre-Highlights der letzten Jahre.

Kritik: Sebastian Groß

Wird geladen...

×