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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Geschichte folgt Hoda, einer iranischen Geflüchteten in Berlin, und Boris, einem queeren Mann aus Serbien; die beiden beschließen, zu heiraten und gemeinsam ihr Kind großzuziehen, sehen sich jedoch mit bürokratischen Hürden und familiären Erwartungen konfrontiert.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Als eine im zeitgenössischen nicht-fiktionalen Kino nahezu omnipräsente Form, die sich sukzessive als eigenständiges Subgenre etabliert, scheint die autoreflexive Hybrid-Doku überreif für eine analytische Untersuchung ihrer weitreichenden Implikationen. Wenn die Kreation oder Rekreation einer Sache oder eines Zustands eine Form der Realität schafft, so ist umgekehrt auch jeder vermeintlich definitive Zustand oder Status letztlich nur ein Konstrukt und als solches eine Form der Fiktion. Diese verwirrende dramaturgische Dialektik ist der Ausgangspunkt Boris Hadžija und Hoda Taheris semi-dokumentarischer Selbsterkundung.  

In deren schlichtem Szenario aus Alltagsmomenten, angeordnet entlang zweier einander spiegelnden kritischen Lebensereignisse. Das eine ist die bevorstehende Geburt Hoda ersten Kindes, das andere ein Todesfall in beider unmittelbarem Wahlfamilienkreis. Jene zwei radikalen Markierungen von Anfang und Ende scheinen die womöglich letzte Gewissheit in einer Welt der institutionalisierten Imagination und formalisierten Fiktion aus der Perspektive des Regie-Duos. Die aus dem Iran geflohene Hoda und der aus Serbien stammende queere Boris wollen gemeinsam in Berlin ein Kind großziehen.

Doch den Begriff von Familie für sich selbst und für einander neu zu definieren ist in der Praxis herausfordernder als in der Theorie. Traditionelle Vorstellungen von Familie sind tief in ihnen verwurzelt, verbunden mit ihrem jeweiligen kulturellen Hintergrund, individuellen biographischen Prägungen und beeinflusst von gesellschaftlichen Normen ihres aktuellen Berliner Umfelds. Dieser Konflikt initiiert eine filmische Versuchsanordnung, mal verspielt, mal provokant, die versucht, mittels simpler Effekte die Auffassung des Publikums von Gewissheiten zu untergraben. Bisweilen amüsant, wenig substanziell. 

Fazit

Wenn Boris Hadžija und Hoda Taheris vor laufender Kamera - zumindest dem Anschein nach - ihre Ausweise verbrennen, während sie debattieren, ob eine geplante Täuschung der Behörden möglich ist, wird die Inszenierung zu einem doppelbödigen Spiel mit Performance und Provokation. Doch solche Vignetten sind zu kalkuliert und trivial, um ihre Autobiographie und Autofiktion vermischende Hybrid-Doku über 83 Minuten Laufzeit zu tragen. Zwar ist die Interpretation sozialer Identität als komplexe Fiktion relevant und spannend, doch als bloßer Gedankenanstoß zu vage. 

Kritik: Lida Bach

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