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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Oscar Madison (Walter Matthau) und Felix Unger (Jack Lemmon) haben sich jahrelang nicht mehr gesehen, und müssen dann feststellen, daß ihre Kinder sich ineinander verliebt haben und heiraten wollen. Die beiden konnten sich früher schon nicht so richtig ausstehen, aber nun machen sie sich gemeinsam auf den Weg, um rechtzeitig bei der Hochzeit anwesend zu sein. Natürlich verläuft die Reise nicht ohne Komplikationen, denn ein brennender Wagen oder ein mexikanischer Menschenhändler halten die Reisenden doch ein wenig auf.

Kritik

Was sich liebt, das neckt sich.

Ob es wirklich eine Fortsetzung zu dem Bühnen- und Filmklassiker Ein seltsames Paar gebraucht hätte, das ist sicherlich fragwürdig. Wenn es denn sein muss, dann ist diese seeeehr späte Variante von Regie-Routinier Howard Deutch (Pretty in Pink) wohl noch die eleganteste, sinnvollste Lösung, eben weil stattliche 30 Jahre ins Land gestrichen sind. Mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass dies der letzte gemeinsame Film des Dreamteams Jack Lemmon (Manche mögen's heiß) und Walter Matthau (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 1-2-3) sein sollte, die ähnlich wie Hill & Spencer aus einem unerklärlichen, aber wundervollen Grund harmonierten wie Pech und Schwefel.

17 Jahre haben sich der verlotterte, schmuddelige und leichtlebige Oscar (Matthau) und der zwanghaft-pedantische Pingel Felix (Lemmon) erfolgreich gemieden, obwohl sie doch am Ende des Komödienhits der späten 60er sich so schön als WG-Mitglieder wider Willen aneinander gewöhnt, ja sogar lieb gewonnen hatten. Da man es mit beiden naturgemäß nicht lange aushält haben sie sich in der Zwischenzeit wohl doch auseinandergelebt. Ein Wink des Schicksals führt sie 30 Jahre später wieder zusammen. Ihre Kinder heiraten. Sich gegeneinander. Nachdem der Schock verflogen ist, bietet sich eine Fahrgemeinschaft zur Hochzeit an. Die gestaltet sich unabhängig von der gemeinsamen Historie als äußerst kompliziert, da praktisch alles schiefläuft und die beiden gegensätzlichen Streithähne mit der Zeit alle Hemmungen fallen lassen. Wiederholt landen sie in den sonderbarsten Situationen, was besonders einen eher Ruhe gewöhnten Provinz-Gesetzeshüter (Richard Riehle, Casino) peu à peu in den Wahnsinn treibt.

Warum dieser Film trotz aller angebrachter Skepsis funktioniert, es liegt an drei Namen: Jack Lemmon, Walter Matthau und – ausdrücklich – Neil Simon, dem Autor des Originals wie des zugrundeliegenden Theaterstücks, der auch hier das Script verfasste. Gott sei Dank, denn erst dadurch lässt sich eine halbwegs harmonische, natürliche Weiterentwicklung der Beteiligten erkennen, wodurch der Film größtenteils funktioniert. Gerade am Anfang wird eine schöne, witzige Hommage zum (brillanten) Opener des Vorgängers geschlagen und damit verdeutlicht, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Das Wiedersehen der beiden menschlichen Gegenpole bereitet Freude und sorgt für einigen scharfen, spritzigen Wortwitz, auch wenn sich der sehr auf Seniorenteller gepeilte Roadtrip mit der Zeit leider auch deutlich abnutzt. Das Altern zum Thema zu machen ist notwendig und richtig, nur ist der Film damit insofern nicht konsequent, als das er seine Figuren gefühlt mal greisig-rüstig, mal sichtlich zu flott-juvenil verkaufen will, was natürlich nicht recht funktionieren mag. Die prächtige, unverwüstliche Chemie der beiden Hauptdarsteller mag oft darüber hinwegtäuschen, das speziell Walter Matthau schon arg gealtert auftritt und somit sein freches Playboy-Image nicht immer so umsetzbar ist.

Trotz eines sichtlich durchhängenden Mittelparts und einem natürlich wie am Schnürchen gezogenen, vorhersehbaren Plots: Immer noch ein seltsames Paar ist besser, als man zunächst vermuten mag. Das runzlige, aber perfekt aufeinander abgestimmte Hauptdarstellerduo bekommt nicht immer, aber oft genug noch witzige, schnittige Dialoge in den Mund gelegt und besonders der Running-Gag mit dem verzweifelnden Sherriff funktioniert einwandfrei. Es steht außer Frage, dass niemand diesen Film wirklich gebraucht noch ernsthaft vermisst hätte, aber wenn er nun mal da ist kann man mit dieser Interpretation noch relativ zufrieden sein.

Fazit

Ein ideales Hauptdarstellerteam findet seine Paraderolle wieder. Das wäre gar nicht nötig gewesen, aber hätte wesentlich schlimmer kommen können. „Immer noch ein seltsames Paar“ ist ein unterhaltsamer Austausch von Wohn- in Fahrgemeinschaft, der mit Plothängern zu kämpfen hat, aber dafür mit einigen witzigen Situationen, geschliffenen Dialogen, netten Referenzen und eben Lemmon/Matthau entschädigt. Sehr solide, reicht auch mal.

Autor: Jacko Kunze

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