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Inhalt

Der Film begleitet den jungen Anwalt Bryan Stevenson (Jordan) und seinen geschichtsträchtigen Kampf für Gerechtigkeit. Nach Abschluss seines Studiums in Harvard hätte sich Bryan lukrative Jobs aussuchen können. Stattdessen geht er nach Alabama, um zusammen mit der ortsansässigen Anwältin Eva Ansley (Larson) Menschen zu verteidigen, die zu Unrecht verurteilt wurden oder sich keine angemessene Verteidigung leisten konnten. Einer seiner ersten und explosivsten Fälle ist der von Walter McMillian (Foxx), der 1987 für den berüchtigten Mord an einer 18-Jährigen zum Tode verurteilt wurde, obwohl die meisten Indizien seine Unschuld bewiesen und die einzige Zeugenaussage gegen ihn von einem Kriminellen stammte, der ein Motiv hatte zu lügen. In den folgenden Jahren verwickelt Bryans Kampf für Walter und viele andere ihn in ein Labyrinth aus juristischen und politischen Manövern und konfrontiert ihn mit offenem und ungeniertem Rassismus, während die Gewinnchancen – und das System – gegen sie stehen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wenn Hollywood eines kann, dann historisch aufgeladene Biopics im Zeitraum der Oscar-Saison herausbringen, an denen sich niemand stoßen kann: Auch Just Mercy schreit regelrecht danach, ein solcher Film zu sein. Auf konventionelle Art wird von der Heldengeschichte des Anwalts Bryan Stevenson (Michael B. Jordan, Black Panther) erzählt, der seine Karrierere hinten anstellt, um zu Unrecht Verurteilten und Angeklagten, die sich keine vernünftige Verteidigung leisten können, beiseite zu stehen. Dafür zieht er nach Alabama, wo er von der Anwältin Eva Ansley (Brie Larson, Captain Marvel) unterstützt wird. Einer ihrer brisantesten Fälle führt dabei wie ein roter Faden durch den Film und betrifft Walter McMillian (Jamie Foxx, Django Unchained), dem aufgrund eines Mordes, den er wohl nie begangen hat, die Todesstrafe bevorsteht. 

Destin Cretton (Schloss aus Glas) hat in der Tat ein recht konventionell wirkendes Justizdrama inszeniert, das sich dennoch von der breiten Masse abhebt. Das liegt nicht zuletzt an einem großartig aufgelegten Schauspieler-Ensemble, das mit Jordan, Foxx und Larson drei sehr gute Darsteller in Topform präsentiert, die den Film über weite Strecken tragen. Bisweilen ruht er sich dabei allzu sehr auf deren Schultern aus und schwingt von eindringlicher Nahaufnahme zu pathetischem Ausbruch, um die emotionale Spannung aufrecht zu erhalten. Das wäre gar nicht nötig gewesen, da es das Werk durchaus versteht, einen Blick hinter die Einzelschicksale, auf die Strukturen, die diese erst erschaffen, zu werfen. Unaufdringlich verzichtet Cretton auf Klischees des bösen Zellenwerters oder eines durchgeknallten Polizisten, um einen generellen Blick auf die rassistischen und menschenverachtenden Machtstrukturen innerhalb des amerikanischen Justizapparats zu riskieren. 

Dabei arbeitet er nicht nur mit sich wiederholenden Motiven, wie der willkürlichen Machtdemonstration oder der schweigenden Duldung eines Unrechts, sondern versteht es auch zu zeigen, zu welcher Ohnmacht das auf der betroffenen Gegenseite führt. Letztere, sowie Evas und Bryans verzweifelter Kampf gegen diese, stehen dabei im Vordergrund der Nacherzählung, weshalb diese reichlich emotionalisierend ausfällt - ohne dabei der eigentlichen Strukturkritik zu schaden. Auch werden der strukturelle Rassismus und die Vergeltungsjustiz nicht historisiert, sondern greifbar gemacht. Dennoch fehlt es dem Film besonders im Nachklang an Schlagkraft: Die konventionelle Inszenierung, die sich vordergründig an einer Heldengeschichte abarbeitet und einen vorhersehbaren Verlauf in der Erzählung unternimmt, überlasst ihn bisweilen der Beliebigkeit.


Fazit

"Just Mercy" ist ein ansehnliches Justizdrama, das einer Heldengeschichte ein angemessenes Denkmal schenkt und sich dem institutionellem Rassismus sowie der inhumanen Vergeltungsjustiz in den USA annimmt. Getragen wird dieser reichlich emotionale Film, der dennoch weit über Einzelschicksale hinausweist, von einem großartigen Schauspieler-Ensemble und einer soliden, jedoch leider allzu konventionell geratenen, Inszenierung, die dem Werk eine gewisse Note der Beliebigkeit beifügt.

Autor: Maximilian Knade

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