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Inhalt

Jakob ist ein Lebenskünstler... oder auch der klassische Verlierertyp. Je nach dem, wen man fragt. Er selbst sieht sich natürlich als jemand, der frei und ungebunden in den Tag hinein lebt, von seinen Auftritten als in den Alterheimen höchst beliebter Elvis-Imitator das Nötigste verdient und sich ansonsten von Affäre zu Affäre hangelt. Wenn man allerdings seine Eltern fragt oder auch Julia, eine seiner Ex-Affären,... Ausgerechnet die meldet sich nämlich nach 12 Jahren Funkstille bei Jakob, um ihn knapp darüber in Kenntnis zu setzen, dass er nicht nur Vater einer Tochter mit dem wunderbaren Namen Mai, sondern eben diese auch auf dem Weg zu ihm ist, um ihn kennen zu lernen. Julia lässt ihm keine Zeit zu widersprechen und legt auf. Und das alles für Jakob im denkbar ungünstigsten Moment. Hat er doch, um frischen Wind in sein finanzielles Notstandsgebiet zu bringen, beim Arbeitsamt einen Job als Fahrer für ein internationales Transportunternehmen angenommen. Das Auto - ein klappriger Kastenwagen. Die Fracht - ein Schafsbock. Das Ziel - Norwegen. Plötzlich Vater! Und wohin jetzt mit dem Kind? Klar: Mai muss Jakob nach Norwegen begleiten. Dass seine Tochter mindestens genauso stur ist wie der Schafsbock auf der Ladefläche, und sogar noch sturer als Jakob selbst... das und noch viel mehr, lernt Jakob auf dem Roadtrip ins Land der Fjorde.

Kritik

Wotan Wilke Möhring gehört definitiv zur festen Bank der deutschen Darstellerriege. Oftmals wird er zwar beim Aufzählen bekannter wie aktueller Größen übergangen - oder ganz einfach vergessen -, aber der kernige Darsteller gehört dennoch zu den wandelbarsten und gleichzeitig aber wohl auch konformsten Sonnyboys, die unsere Filmindustrie zurzeit zu bieten hat. Neben Großproduktionen wie „Männerherzen“ oder seinen Einsätzen beim Hamburger „Tatort“, ist er aber auch immer wieder in kleineren Filmen zu sehen. Einer davon ist „Kleine Zeige, sturer Bock“, eine typische Symbiose aus Road Movie und Komödie, die 2015 in unseren Kinos so gut wie unter Ausschluss der Öffentlichkeit lief. 

Der Film erzählt von Taugenichts Jakob (Möhring), der plötzlich erfährt, dass er eine 13jährige Tochter, Mai (Sofia Bolotina), hat. Deren Mutter Julia (Julia Koschitz), die einst mit Jakob eine Affäre hatte, kommt mit den pubertären Avancen ihres Sprösslings nicht mehr wirklich zurecht und schickt sie zu ihrem Erzeuger. Der freut sich zwar sich als Vater behaupten zu können, doch natürlich erweist sich die Teenagerin als nicht gerade einfach zu dirigierende Persönlichkeit, auch weil sie Probleme plagen, die durchaus ernst sind und nicht bloß ein emotionales Pubertätsbeben sind. Die Annäherung zwischen der kleinen Ziege Mai und dem sturen Bock Jakob steht dementsprechend im Fokus des Films. 

Wie lernt man sich, wenn man nach der Logik diverser Filme geht, erst richtig kennen? Genau, durch einen Road Trip. Jakob und Mai zieht es nach Skandinavien. Dort sollen sie ein Schaf abholen und es innerhalb einer Woche zum Zielort bringen. Das hat schon etwas sehr groteskes, wirklich genutzt wird es aber so gut wie gar nicht. Viel mehr konzentriert sich der Film auf die Beziehung zwischen Mai und Jakob, die trotz ihrer Verwandtschaft, total unterschiedliche Charaktere sind. Jakob verdient sein Geld mit Gelegenheitsjobs und versucht immer die Sonnenseite des Lebens wahrzunehmen, während Mai unter ihrer erfolgsverwöhnten Mutter leidet und bereits mit 13 Jahren auf dem Weg ist eine reinrassige Pessimistin zu werden. Ja, da stoßen zwei Welten, bzw. zwei Geweihe aufeinander. 

Aber natürlich lernen Mai und Jakob, was sie von einander haben, wo die Stärken und Schwächen des anderen liegen und dass sie als Vater-Tochter-Duo trotz Startschwierigkeiten dennoch ein gutes Team abgeben. Das ist auch schon die größte Schwäche von „Kleine Ziege, sturer Bock“, denn nichts was der Film seiner Zuschauerschaft präsentiert wirkt nicht wie eine Wiederholung von unglaublich bekannten Versatzstücken verschiedener Drama- und Komödiengenres. Alles was der Film aufwartet ist vertraut. Ein Freudenfest des Einheitsbreis, welches zwar von der kernigen, skandinavischen Naturkulisse nett unterstrichen wird und dank der Chemie er beiden Hauptdarsteller durchaus seinen Charme entfaltet, letztlich aber eben nicht mehr als die obligatorische Standardkost bietet. 

Fazit

Fans von Wotan Wilke Möhring und der rauen Naturschönheit Skandinaviens können gerne einen Blick riskieren. Allen anderen sei gesagt, dass „Kleine Zeige, sturer Bock“ leider nicht mehr bietet als das wenig ergiebige Aufwärmen altbekannter Muster und Erzählungen.

Autor: Sebastian Groß

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