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Inhalt

Als Paketbote Pierre-Paul ungesehener Zeuge eines Raubüberfalls wird und ihm zwei Taschen voller Geldscheine vor die Füße geraten, zögert er nicht lange und nimmt das Geld an sich. Doch wohin mit dem verbotenen Reichtum? Zusammen mit dem Exhäftling und Finanzbetrüger Sylvain und der Prostituierten Camille versucht er, das Geld so schnell wie möglich in sichere Hände zu bringen. Doch die Polizei wird misstrauisch und kommt ihnen immer mehr auf die Schliche...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ein misslungener Raubüberfall, jede Menge Geld und ein unschuldiger Beobachter, der nun vor einer Entscheidung steht: Das gestohlene Geld einstecken oder liegen lassen? Bereits im auslösenden Ereignis zeigt sich Denis Arcands (Die Invasion der Barbaren) neuester Film Der unverhoffte Charme des Geldes holprig und unausgegoren. Im Zentrum des Ganzen steht Uniabsolvent Pierre-Paul (Alexandre Landry), dessen Philosophiestudium ihm nicht mehr als einen schlecht bezahlten Job als Paketbote einbringen konnte. Wo er sich noch in der ersten Einstellung des Films eingesteht, dass seine Belesenheit wahres Erfolgsgift ist und ein ausgeprägter Grad an Dummheit dazugehört, um im von ihm verhassten Kapitalismus erfolgreich Wurzeln schlagen zukönnen, treiben ihn seine Impulse wenige Augenblicke später selbst in die Kriminalität.

Und was macht man nun mit einer großen Summe Geld, die einem so ungeahnt zugespielt wird? Man bestellt sich Montreals teuerste Edelhure (Maripier Morin) aus dem Internet, die sich im Laufe des Films als erstaunlich hilfreiche Komplizin eines sich zuspitzenden Geldwäschesystems erweist. Der unverhoffte Charme des Geldes scheut sich nicht, seine ernst aufgezogene Handlung in Absurditäten abbiegen zu lassen, doch so richtig mögen Arcands Ideen nicht ineinandergreifen. In dem von ihm geschriebenen Drehbuch verzettelt er sich in unnötig vielen Subplots und weiß nie so richtig, welchen Ton er eigentlich anschlagen möchte. Mal düster, mal heiter -jedoch stets unausgeglichen treibt sich die Handlung mit Arcands omnipräsenter Kritik an den Kapitalismus mühselig voran und findet sich teilweise in erzählerischen Sackgassen wieder. Ohnehin sind es die kritisch-philosophischen Ansätze, die ihrer Story erst die nötige Würze verleihen und in einigen gut ausgearbeiteten Pointen zu gefallen wissen.

Von Obdachlosen über Kleinbürgern bishin zu Offshore-Bänkern: Arcand fächert sein Ensemble äußerstbreit und ist stets bemüht, seine Geld regiert die Welt-Antihaltung aus so vielen Blickwinkeln wie möglich einzufangen. Das schmückt das große Gesamtbild zwar bunt aus, jedoch kann sein Film auf diese Weise nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gros seiner Charaktere platt und unzugänglich erscheint. Arcand räumt seinen Hauptfiguren einfach zu wenig Zeit ein, um ihnen eine emotionale Entwicklung zu ermöglichen. Das hat den großen Nachteil, dass man Alexandre Landrys (Gabrielle - Eine ganz normale Liebe) Figur leider nie wirklich nah genug kommt, um ihr so etwas wie Tiefe abgewinnen zu können. So bleibt sein Protagonist über große Strecken ein oberflächlich ausgearbeites Portrait eines überdurchschnittlich intelligenten Durchschnittstypen, dessen einzig hervorstechende Charaktereigenschaft daraus besteht, für jede Situation den passenden Kalenderspruch parat zu haben. 

Neben ihm findet sich Maripier Morin ein, die als Hure mit dem Herz aus Gold einen dezenten Charme mit sich bringt, jedoch ebenso blass erscheint. Auf der Gegenseite stehen dafür zwei banal geschriebene Antagonisten, die nur Mittel zum Zweck sind sowie jede Menge Randfiguren, die in ihrer Vielzahl und Austauschbarkeit eher verwirren als gefallen. Nichtsdestotrotz besitzt Der unverhoffte Charme des Geldes einige klug ausgefeilte Dialogszenen, in denen die Darsteller miteinander zu harmonieren wissen. Auf der komödiantischen Ebene weiß die Handlung erst recht zu gefallen, was insofern schade ist, da der Film seine Bisshaftigkeit nur selten auf diese Weise ausleben kann und sich viel zu oft in seinen drögen Crime-Thriller-Motiven behaupten möchte. Ohnehein wird man das Gefühl nicht los, dass dieser Film als reine Satire um einiges besser funktionieren würde. Die Ansätze sind zumindest vorhanden und erweisen sich als die eigentlichen Höhepunkte der Handlung.

Fazit

Mit "Der unverhoffte Charme des Geldes" beleuchtet Denys Arcand seine Gegenhaltung zum Kapitalismus auf einer philosophisch ansprechenden Ebene und holt aus seiner Inszenierung durchaus unterhaltsame Momente heraus. Jedoch bedient sich die Handlung an ihrem sarkastischen Zündstoff zu sporadisch, um als Satire durchgehend funktionieren zu können. Was übrig bleibt ist ein Genre-Mischmasch, der nur mäßig zu gefallen weiß und sich zu sehr auf seiner cineastischen Selbstgefälligkeit ausruht.

Autor: Daniel Weldemann

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