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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Alles beginnt mit einem Parkplatz, einem Paar und einem Fremden. Der Anruf bei der Polizei kann den Konflikt nicht beenden, stattdessen eskaliert er zu einem stillen psychologischen Krieg. Eine einzige Bemerkung des Fremden löst eine Kettenreaktion aus und bringt die scheinbar festen Grundpfeiler der Beziehung des Paares zum Einsturz.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Der Platz, den der französische Originaltitel Louis Godbouts parabolischen Psychogramms weit weniger spezifisch benennt, ist zugleich eine soziologische Kondition und ein mentaler Zustand. Der gesellschaftliche Raum, den der Protagonist (Maxime Gaudette, Confessions) scheinbar unverrückbar einnimmt, und das geistige Gleichgewicht, das er vermeintlich ebenso selbstverständlich wahrt. Doch beides erweist sich als bedrohlich instabil in der doppelbödigen Studie bürgerlicher Ängste und existenzialistischer Abgründe. Letzte öffnen sich unvermittelt in einem äußerlich geregelten Alltag, in dem ein unachtsamer Moment die soziale Sphäre gefährlich angreifbar macht. 

Es braucht nur einen kleinen Anstoß, um das Konstrukt der eigenen Persönlichkeit ins Wanken zu bringen. Für Jonathan ist dies der Verlust des Parkplatzes, den er mit seiner Partnerin (Christine Beaulieu) vor dem Haus ihrer Schwester (Alexa-Jeanne Dubé) und deren Gatten ansteuert. Der daraus resultierende Streit initiiert eine Spirale existenzieller Verunsicherung. Das gemeinschaftliche Gerüst von Freunden und Familie verliert seine stützende Funktion und wird zu einer weiteren Zone sozialer Konkurrenz. Die Partnerschaft ist integraler Teil der permanenten Notwendigkeit zur Selbstbehauptung. 

Die Auseinandersetzung mit dem mysteriösen Fahrer definiert das unterliegende Motiv mentaler Implosion. Als zeitgenössisches Äquivalent archaischer Revierkämpfe verweist der Streit auf die dramaturgischen Dauerbrenner fragile und toxische Männlichkeit. Doch der kanadische Regisseur und Drehbuchautor geht noch eine Schicht tiefer in seiner ambigen Allegorie. Jene verknüpft surreale Satire privilegierter Paranoia mit der subjektiven Evokation depressiver Desintegration. Mit dem emotionalen Befinden verdüstert sich die Bildsprache, deren realistische Optik schleichend expressionistische Züge annimmt. Spukhafte Situationen auf der Heimfahrt pflastern den Weg in eine nihilistische Nacht. 

Fazit

Goyas Black Paintings dienen in Louis Godbouts allegorischer Abstraktion als direkter Verweis auf die untrennbare Verschlingung gesellschaftlichen Grauens und psychischer Schrecken sowie den fließenden Übergang von bizarrer Komik zu gespenstischer Groteske. Obwohl allzu plakativ, erweitert die Evokation der düstersten Werke des spanischen Malers sowohl die ästhetische als auch die psychologische Eben der immersiven Inszenierung. Obwohl die klassenspezifischen Faktoren ebenso vernachlässigt werden wie die Auswirkungen von Gender-Konstrukten, geben fokussierte Konzeption und kompetentes Schauspiel der psychoanalytischen Phantasmagorie um Fatalismus und irrationale Furcht eine eigenwillige Faszination.

Kritik: Lida Bach

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