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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Bei einer Ausgrabung in Ägypten öffnet Professor George Hacker die Grabkammer eines Pharaos und wird daraufhin von einem grellen Lichtstrahl geblendet. Gleichzeitig überreicht eine alte, blinde Frau seiner kleinen Tochter Susie ein seltsames Amulett. Zurück in New York beginnt für die Familie ein Albtraum, denn die dämonische Macht des Amuletts ergreift Besitz von Susie und versucht, dem unfassbaren Bösen Eintritt in unsere Welt zu gewähren.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

-„Das ist für Susie. Sie hat noch nie einen Skorpion gesehen.“

-„Dann müssen Sie ihr aber auch sagen, dass er hier ein Symbol des Todes ist.“

-„Natürlich. Sie ist erst 9 Jahre, sie wird es eh nicht verstehen.“

Ach so, na dann...

Mit diesem kuriosen Dialog wird Amulett des Bösen a.k.a. Manhattan Baby des legendären italienischen Horror-Papstes Lucio Fulci (Don´t Torture a Duckling) eröffnet und läuft somit bereits nach nicht mal 30 Sekunden Gefahr, von einem mit dem Regisseur wenig vertrauten Publikum nicht mehr ernst genommen zu werden. Die Qualitäten seiner Filme lag selten in Darstellerführung, Dialogregie und speziell ab seiner ganz wilden, berühmt-berüchtigten Phase Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre oftmals nicht mal im konservativen Erzählen einer schlüssigen Geschichte. Fulci wusste seine Fans eher durch seine bizarre Inszenierung, seinen Hang zu surrealen, verstörenden Albtraumszenarien und eine fast rücksichtslose Bereitschaft zur expliziten Gewaltdarstellung für sich zu gewinnen. Amulett des Bösen hat aber selbst bei Fulci-Jüngern einen schweren Stand, gilt allgemein sogar als der Anfang vom Ende seiner fruchtbaren Schaffensperiode.

Eine geraume Weile scheint sich der bestenfalls durchwachsene Ruf zu bestätigen, lässt der ägyptische Poltergeist-Verschnitt doch selten den Stil erkennen, der den italienischen Horrorfilm in seiner besten Zeit so außergewöhnlich machte, auch maßgeblich geprägt von diesem Regisseur. In der ersten Hälfte schimmert die markante Handschrift von Lucio Fulci an nur wenigen Stellen und selbst dann maximal rudimentär durch, vieles schreit förmlich nach beliebiger Auftragsarbeit ohne Verve, Kreativität und Leidenschaft. Etwas Blitz und Donner, Hokuspokus mit allerlei Krabbelzeugs und der berühmte Verschwindibus im Kinderzimmerspiegel, vor dem sich auch bald Muttis´ schräger Kollege in eine Handvoll Wüstensand auflöst. Inszenatorisch oft austauschbar, vom Ablauf konventionell und in allen sonstigen Belangen gewohnt nebensächlich behandelt scheint Amulett des Bösen nun wirklich nicht der Film zu sein, der nach Werken wie Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies oder Über dem Jenseits dem Kult um seinen Regisseur auch nur annährend gerecht wird.

Als wäre das Fulci plötzlich auch bewusst geworden, jemand hätte ihn aufgeweckt oder ein halbfertiges Drehbuch hat nun den Punkt erreicht in dem nur noch steht „Ab jetzt bitte mit eigenem Input füllen“ wird der Film mit zunehmender Laufzeit merklich besser und definitiv um einiges interessanter. Inhaltlich bleibt es zwar immer noch reckt klar, linear und noch ein gutes Stück entfernt vom abstrakten, assoziativen und beinah unkontrolliert scheinenden Wahnsinn, aber allein inszenatorisch übernimmt Fulci nun zusehends wirklich die Kontrolle und sorgt spätestens in den letzten 25-30 Minuten für ein recht sehenswertes Durcheinander, zu dem Fabio Frizzi eine ebenso leicht chaotische, aber äußerst effiziente Musikuntermalung beisteuert. Die Gore-Gäule gehen mit dem alten Schweinepriester nicht so durch wie in seiner Sturm-und-Drang-Periode (also in den 3-4 Jahren davor), aber zumindest eine der letzten Einstellungen kommt auch dem recht nahe. Grundsätzlich ist das in der Masse kein Film für Splatter-Fetischisten. Was Stimmung und Atmosphäre anbelangt entwickelt es sich zwar schleppend, aber wenigstens konsequent in die richtige Richtung, bis man irgendwann verdutzt feststellt, dass dieser in seiner Gesamtheit betrachtet nicht richtig gute Filme auf einmal fast einer geworden wäre.

Erwähnenswerte Randnotiz sind die vielen kleinen, mal (wahrscheinlich) absichtlichen wie nicht geplanten Details in Bezug auf andere Klassiker des Horrorfilms. Die bereits angedeuteten Parallelen zu Poltergeist dürften aufgrund der nahezu zeitgleichen Produktion wirklich purer Zufall sein, beim Rest darf man durchaus so was wie eine Referenz unterstellen. Das Au-pair-Mädchen der Hackers  - also grob gesagt die „Babysitterin“ – hört auf den Klangvollen Genre-Namen Jamie Lee (Curtis?), der sich später herauskristallisierende, urbane Sekten-Okkultismus erinnert schon etwas an Rosemaries Baby (Manhattan Baby?) und wer beim gröbsten Gore-Moment des Films nicht unweigerlich an einen der berühmtesten Hitchcock-Geistesblitze denken muss, der hat vermutlich noch nicht viele Filme gesehen. In der Anhäufung zu viel, um nicht wenigstens teilweise so gewollt zu sein.

Fazit

Seinen schlechten Stellenwert als Fan-Flop hat „Amulett des Bösen“ nüchtern betrachtet absolut nicht verdient, auch wenn es sich zweifelllos um einen der schwächeren Filme von Lucio Fulci handelt. Er wirkt einfach in vielerlei Hinsicht zu angepasst und im Gegenzug immer noch nicht hochwertig genug, um einem mehr am Mainstream orientierten Publikum gefallen zu können, verprellt damit natürlich aber auch einige der Leute, die ihn bisher so frenetisch bejubelt haben. Irgendwo in der Mitte liegt die Wahrheit, aufgrund des isoliert betrachtet versöhnlichen Schlussakkords sollte man aber durchaus dazu tendieren, auch diesen Fulci nicht als gescheitert abzustempeln. Zumindest nicht komplett oder irreparabel.

Autor: Jacko Kunze

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