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Quelle: themoviedb.org
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Inhalt

Junge Ukrainer aus der Frontstadt Mariinka stehen vor einem Jahrzehnt Krieg, das ihre Familien spaltet und ihre Zukunftspläne zerstört. Ein episches und visionäres Meisterwerk, das über zehn Jahre hinweg gedreht wurde.

Kritik

Zwei Brüder auf verschiedenen Seiten der Front, die dennoch an ihren Familienbanden festhalten, und ein dritter, der in Sicherheit die Tragödie aus der Ferne beobachtet. Eine junge Schmugglerin, die mit dem Fahrrad die Grenzlinie überquert. Ein aufstrebender Boxer, der nicht mehr im Ring kämpft, sondern im Krieg. Die Leben im Zentrum Pieter-Jan De Pues zweiter Dokumentararbeit klingen seltsam unwirklich und sind doch bedrückend real. Biographische Fragmente des russischen Angriffskrieges, die der belgische Regisseur über fast neun Jahre begleitete. 

Seine Mischung aus Frontbericht, Persönlichkeitsporträt und Langzeit-Reportage zeigt die verheerenden Auswirkungen der russischen Invasion auf einer persönlichen Ebene, die sich von ähnlichen dokumentarischen Werken durch die übergreifende Kontinuität und schicksalhafte Verstrickung abhebt. Das junge Alter der Figuren macht die durch den Krieg verbundenen Lebensläufe zugleich zum stichprobenartigen Bild einer Generation, deren Zukunft von der militärischen Gewalt überschattet wird oder ausgelöscht. Aus dem Off begleiten die Gespräche und Gedanken von Angela, Mark und Ruslan, Natasha und Daniil die Handkamera durch den im Donbas gelegenen Titelort.

Angela trainiert weiterhin, wenn sie nicht im Ansatz als Militärsanitäterin Verwundete transportiert. Angela riskiert ihr Leben, um neben essenziellen Gütern auch persönliche Gegenstände zu ihren Landsleuten zu bringen. Russen und Mark betrachten ihre mögliche Konfrontation mit einem distanzierten Pragmatismus, der die Schrecken verdrängt. Loyalität, Identität auf nationaler, familiärer und individueller Ebene sowie die daraus wachsenden psychischen Zerreißproben liegen im Fokus der geduldigen Aufnahmen. Das körnige 16-mm-Material transportiert beklemmend greifbar die allgegenwärtige Zerstörung, die bis in den privaten Kosmos und die Psyche der Figuren dringt. 

Fazit

Zehn Jahre nach seinem Dokumentarfilm-Debüt "The Land of the Enlightened" liefert Pieter-Jan De Pue mit seiner harschen Chronik des Krieges als Dauerzustand. Haptische Kamerabilder vermitteln des Lebens zwischen ungewisser Zukunft, den Trümmern der Vergangenheit und traumatischer Gegenwart. Die Brutalität der Kämpfe steht neben kontemplativen Momenten und der flüchtigen Nähe eines abgerissenen Telefonats und Video Calls in eine friedliche Welt, die unendlich weit fort ist. Jene Nachrichten und seltene Begegnungen der Figuren bilden ein emotionales Netz, das sich über Ländergrenzen spannt, doch an ideologischen Gräben stockt.

Kritik: Lida Bach

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