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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Im 18. Jahrhundert, tief in den Mooren von Dorsetshire, wird das kleine Dorf Moonfleet von erbarmungslosen Schmugglern belagert. Hier erreicht der Waisenjunge John Mohune sein altes Familienanwesen, nun im Besitz des mysteriösen Aristokraten Jeremy Fox. Aus Liebe zu dessen verstorbenen Mutter lässt Fox den Jungen bei sich hausen, doch seine Nächstenliebe wird auf die Probe gestellt, als John das geheime Versteck der Schmuggler entdeckt und über ein Geheimnis stolpert, das die beiden ihr Leben kosten könnte…

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Im Spätherbst seiner langen Karriere widmete sich Regie-Legende Fritz Lang (Metropolis) mit Das Schloss im Schatten einer Adaption des Romans Moonfleet aus dem Jahr 1898 von J. Meade Falkner. Die Handlung des Buches wurde dabei jedoch stark komprimiert und dient mehr als lose Vorlage für einen klassischen Abenteuerfilm, der dabei verschiedene Ansätze verfolgt, die sich in ihrer Gesamtheit nicht ideal ergänzen.

Die Geschichte des 10jährigen Waisenjungen John Mohune (Jon Whiteley, Ein Kind war Zeuge), der in einem kleinen englischen Küstendorfs des Jahres 1757 unter die Fittiche des gerissenen Gentleman-Gauners Jeremy Fox (Stewart Granger, Die letzte Jagd) und seiner Bande weniger charmanter Schmuggler genommen wird, weist dezente Anleihen zu den Werken von Charles Dickens – insbesondere Oliver Twist – auf, verfügt speziell am Anfang aber auch über ein leichtes Gothic-Grusel-Ambiente, was ihm ehrlich gesagt ziemlich gut steht. Generell weiß die Atmosphäre durchgehend zu überzeugen. Der fast ausschließlich im Studio gedrehte Film hat dadurch zwar ein starkes Bühnenstück-Flair, gefällt indes mit seinen schönen Bauten, dem aufwändigen Szenenbild und der detaillierten Ausstattung. Darüber hinaus kommt die gesamte Routine und Klasse von Fritz Lang in einigen Szenen zur Geltung, speziell eine Kampfszene zwischen dem graumelierten Anti-Helden Stewart Granger und einem seiner Widersacher ist hervorragend choreographiert und eingefangen.

Leider kann das stückhaft anmutende Drehbuch nicht ansatzweise mit der formellen Qualität der Inszenierung mithalten. Das narrative Potential der Geschichte wird nicht ausgenutzt, insbesondere die Charakterentwicklung, die Wandlung vom Saulus zum Paulus des Protagonisten Fox wirkt viel zu abrupt, was vermutlich auf die starken Kürzungen gegenüber der Vorlage zurückzuführen ist. Dort umfasste der Plot mehrere Jahre, hier wird alles auf nur wenige Tage heruntergebrochen. Auch die Nebenfiguren bekommen trotz namenhaften Darstellenden wie George Sanders (Alles über Eva) oder Joan Greenwood (Barbarella) kaum Raum zur Entfaltung und hätten wesentlich mehr beitragen können, als bloß eine ganz simple Funktion für die Handlung zu erfüllen. Grundsätzlich gelingt die Mischung aus der verschiedenen Genre-Elemente nur bedingt, so dass Das Schloss im Schatten zwar über einige gelungene Momentaufnahmen verfügt, es sich aber nie gänzlich zu einer homogenen Einheit zusammenfügt. Am Ende wird es natürlich auch noch arg kitschig, wobei das in seinem zeitlichen Kontext und der Thematik des Films eigentlich schon unumgänglich erscheint. 

Fazit

Die schöne Ausstattung und die routinierte Handwerkskunst von Fritz Lang bieten ein grundsolides Fundament für einen kurzweiligen Abenteuerfilm, dem es in seiner unentschlossenen, zu kurzgefassten und in der Fülle seiner Elemente leicht überladen wirkenden Handlung nicht gänzlich gelingt, zwischen Drama, Schatzsucherfilm, Jugendabenteuer und Gothic-Krimistück eine fokussierte und gänzlich überzeugende Mitte zu finden. 

Kritik: Jacko Kunze

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