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Der ehemalige, landesweit bekannte Sheriff Wyatt Earp will sich mit seinen Brüdern eigentlich als Viehtreiber zur Ruhe setzen. Sie landen in dem Nest Tombstone und nachdem ihnen ihre Rinder gestohlen und der jüngste Bruder ermordet wird, steckt sich Wyatt wieder den Stern an die Brust.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Wohl kaum einer real existierenden Person des Wilden Westens wurde so oft cineastische die Ehre erwiesen wie dem legendären Gesetzeshüter Wyatt Earp. Basierend auf seiner Biografie entstanden bis heute rund ein Dutzend Filme und auch sonst finden sich nicht nur im Western-Genre unendliche Referenzen und Querverweise auf sein Leben, bevorzugt auf den Lebensabschnitt in Tombstone und den geschichtsträchtigen Showdown am O.K. Corral, um den kaum eine der Verfilmungen einen Bogen machen konnte. Mal war sie klassisch im Finale angesiedelt (so auch hier), mal wurde sie als Startpunkt einer Geschichte genutzt (1968 in Die fünf Geächteten) und mal diente sie als Zwischenhoch eines Plots (1993 in Tombstone). Fehlen durfte sie so gut wie nie. Dennoch blieben alle Adaptionen auf die ein oder andere Weise individuell, sei es auf den erzählerischen Schwerpunkt, den inszenatorischen Stil oder die grundsätzliche Intention gemünzt. Faustrecht der Prärie zählt zu den wichtigsten Leinwand-Denkmählern dieses Mannes, auch wenn er es mit Faktentreue nicht so genau nimmt wie manch andere Kollegen - wobei auch die literarische Vorlage aufgrund sehr subjektiver Perspektiven kaum auf einen stichfesten Wahrheitsgehalt geprüft werden kann.

Die Rahmenbedingungen sind historisch grob korrekt: Wyatt Earp (Henry Fonda, Spiel mir das Lied vom Tod), zu dem Zeitpunkt bereits landesweit bekannt und respektiert wie gefürchtet, hat den Sheriff-Stern niedergelegt, um gemeinsam mit seinen Brüdern in dem Lumpennest Tombstone ein neues Leben zu beginnen. Praktisch alles andere ist frei erfunden, völlig verdreht oder in einen anderen Zusammenhang gesetzt, was aber durchaus in Ordnung geht, denn die immer gleiche Geschichte 1:1 nachzuerzählen machte selbst 1946 schon wenig Sinn. Genre-Größe John Ford (Der schwarze Falke) geht diese Auftragsarbeit sogar extrem mutig an, in dem er einerseits viel in eine hochwertige, beeindruckend-moderne Visualisierung investiert, als auch den zwischenmenschlichen Konflikten deutlich mehr Wert zugesteht als nur klassischen Shootouts und plakativen Gerechtigkeitsidealen. Der großartig vorgetragene Showdown am O.K. Corral besitzt unbestritten Highlight-Charakter und ist für seine Zeit – wie vieles auf technischer Ebene – referenzwürdig. Viel mehr steht allerdings die (sich hier erst anbahnende) Männerfreundschaft wie offen ausgelebte Rivalität zwischen Wyatt Earp und Doc Holliday (Victor Mature, Der Todeskuss) im Fokus, die besonders in dem Buhlen um „My Darling Clementine“ (Cathy Downs, Feind im Dunkel) begründet wird.

So progressiv und bedeutend das Werk in seinem Erscheinungsbild nicht nur für Filmexperten selbst heute noch Eindruck schindet, so realistisch muss man aber mit seinen Makeln auch ins Gericht gehen. Der leider beinah unvermeidliche Ford-Rassismus wird hier Gott sei Dank nicht in wie früheren, dadurch trotz der unbestreitbaren Handwerkskunst praktisch nur aus historischem Interesse anschaubaren Machwerken (Trommeln am Mohawk) bis zum Ende vor sich her getragen, er muss aber natürlich kurz, dafür deutlich zu Wort kommen („Was ist das für eine komische Stadt, wo Indianer Alkohol kriegen? Ein Jammer, dass er nur eine Beule abbekommen hat.“) Nachdem man die einzige, versoffene Feuerwasser-Rothaut aus der Stadt geprügelt hat, ist endlich Platz für Vergeltung…wobei das eigentlich nur eine Randerscheinung ist. Die Rahmenbedingungen sind in Stein gemeißelt und superb inszeniert, inklusive einer eindrucksvollen Präsenz von Henry Fonda. Optisch ist dieser Film exzellent, dazu schnell und dabei keinesfalls überhastet erzählt. Er verfügt über ein narrativ perfektes Tempo, das die Waage aus ruhigen und rasanten Passagen gekonnt ausbalanciert wird. Wobei er in der fiktiven Dreiecksgeschichte zwischen Earp, Doc und Clementine viel zu sehr eine melodramatische Schieflage bekommt, die einen so fortschrittlichen Film unnötig bieder erscheinen lässt, was ihm an und für sich überhaupt nicht gerecht wird. Beinah kontraproduktiv erscheint.

Fazit

Aus vielerlei Hinsicht ein unbestreitbar sehenswerter Film, der sich allein durch seine technische Präsentation zurecht als ein Höhepunkt seines Genres bezeichnen lässt. Alle Hürden der Verjährung nimmt er, wie die meisten US-Western dieser Zeit, eben nicht mehr locker aus der Hüfte. Zu sehr sind hier noch manchmal grenzwertige Rollenmuster wie pauschalisierende Mechanismen präsent, allerdings wird sich schon sehr deutlich in eine bessere Richtung bewegt. Somit ein wichtiger, direkter Wegbegleiter für darauf basierenden Werken wie „Winchester`73“ oder „12 Uhr mittags – High Noon“, die dann endgültig dem Genre mehr abgewinnen konnten als eine romantisch-verklärte Helden-Ballade.  

Autor: Jacko Kunze

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