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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Reboleira, ein Vorort von Lissabon. Die Beute eines Raubüberfalls ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Im von der Polizei abgeriegelten Gebiet kursieren Gerüchte und Spekulationen. Unter den Bewohner:innen träumt eine Schar schillernder Figuren davon, die Beute in die Hände zu bekommen. 

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

So schillernd und spezifisch wie die verschiedenen Bedeutungen des Titelbegriffs entspinnt sich die Story Basil Da Cunhas (Manga d'Terra) lebensprühender Hommage an ein Milieu und der Menschen, die sich darin behaupten. Die schillernde Bewohnerschaft Reboleiras, eines am Rande Lissabons gelegenen Viertels, das überwiegend kapverdische Migration in kulturell und kommunal gleichsam vielfältige Inspirationsquelle des portugiesischen Regisseurs verwandelt hat, wird einmal mehr zum Schauplatz einer Vielzahl verwobener Geschichten. Als ironische Verbindung zwischen ihnen fungiert das Titeltier, das unvermittelt in Reboleira auftaucht.

„O Jacaré“ bedeutet örtlich Alligator, doch hat als Slang und in Redewendung zahlreiche weitere Implikationen. Diese Komplexität reflektiert das dynamische Beziehungsgeflecht unter den Figuren. Deren überwiegend nicht-professionelle Darstellende stammen selbst auf der lokalen Community, die das eigentliche Zentrum der impulsiven Inszenierung ist. Das gestohlene Geld, das irgendwo im Viertel versteckt sein soll, dient lediglich als Motor des turbulenten Geschehens. Crime Boss PC (Paulo César Lima Fonseca) spioniert auf der Suche danach die Gang seines Konkurrenten KP (Nelson Carvalho) aus.

Die alleinstehende Xana (Alexandra Sena) kämpft unterdessen um das Geld, dass PC ihrem seinetwegen inhaftierten Mann schuldet. Gut eine Handvoll Nebenfiguren mit ähnlich markigen Namen driften in den verschachtelten Plot, dessen Handlungsfäden teils verworren, teils unaufgelöst bleiben. Diese strukturelle Offenheit betont das organische Kontinuum der Ereignisse. Sie sind bereits in Gang, als Patrick Treschs leichthändige Kamera in sie eintaucht, und gehen weiter, als der kongeniale Soundtrack den Abspann begleitet. Bis die Gentrifikation auch sie einholt. 

Fazit

Genau wie das gefährliche Maskottchen lässt sich die raue Energie des Schauplatzes Basil Da Cunhas pulsierender Hommage nur für ein paar flüchtige Momente einfangen. Aus den episodischen Fragmenten entsteht ein farbenfrohes Mosaik, dessen Esprit und Witz nie die harten Seiten der Existenz am sozialen Rand verdecken. Das naturalistische Ensemble verleiht seinen Figuren eine kantige Authentizität. Der immer wieder symbolreichen ins Bild gerückte Alligator wird zum Emblem der kommunalen Emanzipation und kollektiven Widerstands gegen urbane Verdrängung. 

Kritik: Lida Bach

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