Inhalt
Mit unerschütterlichem Mut, Durchhaltevermögen und Humor bricht Oliver aus der Provinz auf, um in Hamburg - St. Pauli zur schillernden Travestie-Ikone Olivia Jones aufzusteigen.
Kritik
Der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen und Olivia (Johannes Hegemann, In Liebe, Eure Hilde) hat schon in jungen Jahren an sich geglaubt und war unglaublich mutig. Dieser Mut half ihr, aus der Kleinstadt auszubrechen und der Mensch zu werden, der sie schon immer war. Schon als kleiner Junge wusste Oliver (Arian Wegener, Buba), dass er eigentlich Olivia sein wollte, und trug heimlich die Kleider seiner Mutter (Annette Frier, Die Schlikkerfrauen), was ihn jedoch oft in Schwierigkeiten brachte. Das Drama Olivia beleuchtet genau diese Zeiten, in denen Oliver noch ganz klein war und vom Ausbrechen nur träumte. Schon damals wurde er von seiner Mutter kritisiert, weil er sich unkonventionell verhielt und sie kein Verständnis dafür hatte. Vor allem fiel es ihr schwer, in ihrem Sohn Oliver Olivia zu sehen. Annette Frier spielt die Rolle der Mutter fantastisch und trägt den inneren Konflikt, den Olivers Mutter mit sich ausgetragen hat, nach außen. Sie fühlt sich hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu ihrem Sohn und den gesellschaftlichen Konventionen, die es verbieten, dass ein junger Mann sich schminkt und Frauenkleider trägt.
Doch Olivia ließ sich nie davon abhalten, sie selbst zu sein. Trotz Anfeindungen auf offener Straße und Schwierigkeiten mit ihrer Mutter lief sie unerschrocken weiter in ihre schillernde Zukunft. Allein das verdient jede Menge Respekt, weil man weiß, dass diese Geschichte wahr ist. Hier wurde das Leben eines unglaublich mutigen Menschen verfilmt, den wirklich jeder in Deutschland kennt. Olivia Jones ist eine Ikone und ein Vorbild für so viele junge Menschen, die Angst haben, sie selbst zu sein. So viele Jahre später hat sich die Situation in mancherlei Hinsicht zwar verbessert, doch gerade in Kleinstädten oder Dörfern herrschen teilweise immer noch die gleichen Zustände, die authentisch in dem Drama dargestellt werden. Der Hass gegenüber Menschen, die anders sind, ist leider noch geblieben. Umso wichtiger ist es, solche Filme wie Olivia zu zeigen, die beweisen, dass man sich trauen sollte, zu sich selbst zu stehen.
Dabei ist dieser Film nicht nur wegen seiner wichtigen Botschaft großartig, die von der Liebe, Toleranz und Vielfalt erzählt, sondern auch wegen des perfekten Drehbuchs, der wundervollen Musik, des gelungenen Spannungsaufbaus, der grandiosen Kostüme und natürlich der schauspielerischen Leistung. Johannes Hegemann verkörpert die Rolle der Olivia mit viel Gefühl, Authentizität und Stärke. Er schafft es mit Leichtigkeit, die charismatische Persönlichkeit Olivia Jones den Zuschauern näherzubringen. Olivia ist ein emotionaler Film, der zum Weinen, Lachen und Nachdenken einlädt. Und das Wichtigste ist, dass die Figuren sich weiterentwickeln und sowohl Olivia als auch ihre Mutter sich ändern. Olivia wird stärker und ihre Mutter öffnet ihr Herz. Der Film zeigt einem den Weg auf und beweist, dass es möglich ist, seinen Blick auf die Welt und auf die Menschen zu ändern. Es ist möglich zu lernen, andere Menschen zu akzeptieren, wie sie sind. Ist es nicht besser, wenn unsere Welt schillernd, glitzernd und wunderschön ist? Statt in einer farblosen, langweiligen Welt zu leben, sollte man anfangen, zu tanzen, zu singen und zu leben. Die Menschen sind am schönsten und am glücklichsten, wenn sie sie selbst sein dürfen. Olivia Jones ist wunderschön, weil sie frei ist, und dieser Film wird ihrer starken Persönlichkeit voll und ganz gerecht.
Fazit
„Olivia“ ist ein großartiges Biopic über das Leben von Olivia Jones. Es ist emotional, humorvoll und unterhaltsam. Es ist ein Fernsehfilm, der eigentlich auf die große Kinoleinwand gehört, weil er eine ganz wichtige Botschaft vermittelt: Toleranz, Liebe, Vielfalt und Freiheit sind essenziell. Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, als man selbst sein zu dürfen, und niemand sollte sich jemals dafür entschuldigen müssen, dass er so ist, wie er ist.
Autor: Yuliya Mieland