5.0

MB-Kritik

Dolly 2026

5.0

Max Lindsey
Fabianne Therese
Seann William Scott
Ethan Suplee
Russ Tiller
Michalina Scorzelli
Kate Cobb

Inhalt

Während einer Wanderung stoßen Chase und seine Freundin Macy auf Porzellanpuppen, die einen düsteren Friedhof bewachen. Dolly, eine monströse Gestalt mit Puppenmaske, bestattet gerade ihre eigene Mutter. Sie schlägt Chase nieder und entführt Macy, um sie in ihrem abgelegenen Haus wie ihr eigenes Kind zu erziehen. Gefangen in einem Alptraum aus Wahnsinn und Gewalt kämpft Macy ums Überleben.

Kritik

Das Terror-Kino der 70er und 80er Jahre hat bei vielen Horror-Fans einen festen Platz in ihren Herzen. Filme wie The Texas Chain Saw Massacre - Blutgericht in Texas, Das letzte Haus links, Halloween und Freitag der 13. faszinierten durch ihre ungezwungene Gewalt und ihren puren Nihilismus und prägten das moderne Horror-Kino. Wer sich nach dieser Zeit zurücksehnt, bekommt mit Dolly von Regisseur Rod Blackhurst (Blood for Dust) eine Hommage an jene Klassiker – sowohl vom körnigen Grindhouse-Look her als auch mit seiner Rohheit und dem dazugehörigen Retro-Feeling. 

Die Story ist eher nebensächlich und kaum der Rede wert. Ein Pärchen (Fabianne Therese aus Southbound und Seann William Scott aus American Pie) trifft auf seiner Wanderung durch entlegene Wälder auf einen maskierten Killer (Wrestling-Star Max the Impaler) und kämpft fortan ums nackte Überleben. Schlicht gehalten kommt Dolly also schnell zur Sache, ohne irgendwelche Umwege zu gehen. Gut, um direkt unterhalten zu werden, schlecht, um zunächst eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen und dadurch hintenrum für einen höheren Spannungspegel zu sorgen. 

Dafür hält sich Dolly in seiner Gewaltdarstellung nicht zurück und wird gerade bei Gore-Fans für Freude sorgen. Das ufert zwar nicht so extrem aus wie in einem Terrifier, hat es aber auch so ordentlich in sich. Zudem kommen einige herrlich absurde Szenen hinzu, die verstörend, unangenehm und amüsant zugleich sind. Wenn der Killer hinter der puppenhaften Porzellanmaske bei seinen Opfern die Mutterrolle zu spielen beginnt und eines von ihnen beispielsweise an die Brust zum aufgezwungenen Stillen setzt, sind Ekel und Spaß garantiert. Und solche Momente haben teils mehr Wirkung als blutige Kills  selbst.  

Neben der dünnen Handlung und den blassen Charakteren hat Dolly mit einigen Logikproblemen zu kämpfen: Der Killer ist genretypisch zu jeder Zeit am rechten Ort. Das nimmt hier teilweise sogar teleportische Züge an und ist natürlich völliger Quatsch – gerade bei einem Killer, der allein durch seinen gewaltigen Körperbau schwer zu übersehen ist. Kann man sich drüber aufregen, kann man aber auch gelassen hinnehmen. Denn mal ehrlich: Fast jeder Slasher tut das. Wer damit leben und das Hirn für knackige 83 Minuten auf Sparflamme setzen kann, kann bei Gelegenheit ruhig mal in Dolly reinschauen. 

Fazit

Angelehnt ans 70er-Jahre-Terror-Kino der Sorte "The Texas Chain Saw Massacre" punktet "Dolly" mit einigen fiesen Szenen und einem markanten Killer. Auf inhaltlicher Ebene sieht es dagegen eher bescheiden aus, weder Story noch Charaktere besitzen Tiefe. Und mit der Logik nimmt es der Grindhouse-Slasher ebenfalls nicht sehr ernst.

Autor: Sebastian Stumbek
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