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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ein lautloses Sehnen nach Geborgenheit, ein Schwangerschaftstest und ein schwerwiegender Pakt, der bedrückende Anblick des Bruders im Sicherheitstrakt. Fragmente aus den Leben von Yousef, Chloe und Lorenzo, die alle ohne Obdach sind. In der zubetonierten Peripherie der Wohlstandsgesellschaft kreuzen sich ihre Wege. Auf ihrem Trip in den Süden Europas trifft jede*r für sich eine unwiderrufliche Entscheidung.

Kritik

Emotionale Nähe, nach der sich die zweieinhalb Figuren am äußerten Rand einer brutalen Gesellschaft vorgeblich sehnen, bleibt in Mees Peijnenburgs (Winter in Wartime) brüchigem Handlungsnetz bis zuletzt eine leere Behauptung. Was der Regisseur als profunde Suche nach Zugehörigkeit und einer besseren Zukunft hinstellt, reduzieren die quälend langen 85 Minuten Laufzeit auf eine Suche nach Geld. Dessen Mangel ist einziges verbindendes Charakteristikum der eindimensionalen Figuren, das Streben danach einzige erkennbare Motivation. Geistlose Personen tun Dinge, die niemanden interessieren.

Entsprechend gering ist das Interesse an den konstruierten Konflikten der Protagonisten, die nie über soziale Elendsstereotypen hinauswachsen. Lorenzo (Jonas Smulders) hat eine bösen Knacki-Bruder Ivan (Joren Seldeslachts), den er auf den rechten Pfad führen will, der ihn aber stattdessen auf den kriminellen zieht. Deshalb schmuggelt Lorenzo eine ominöse Tasche über die französische Grenze. Vermutlich hat Peijnenburg mal in einem Film gesehen, dass solche Geschäfte viel Geld bringt. Wie der Deal zustande kommt? Erfährt niemand. 

Chloe (Tamar van Waning) ist die Schlumpfine einer hässlichen Kinowelt, in der sonst praktisch keine Frauen existieren. Natürlich ist sie schwanger, wurde missbraucht, lehnt das Baby erst ab, entwickelt für es aber doch Gefühle. Genau wie zu Lorenzo und zuvor zu Yousef (Bilal Wahib, Layla M.). Der zum Geburtstag aus dem Jugendheim entlassene halbe Protagonist ist der einzig ansatzweise erträgliche des desolaten Trios, entzieht sich der kruden Chose allerdings mittels Suizid. Man kann es ihm nicht verdenken.

Fazit

Noch perspektivloser als die maroden Existenzen der unsympathischen Figuren ist Mees Peijnenburgs ungeschliffenes Jugenddrama. Indem der Regisseur und Drehbuchautor die Protagonisten in gewollt ausweglose Dilemmata manövriert, verschenkt er neben jeder Glaubwürdigkeit die Chance auf einen relevanten sozialen Kommentar. Den will das dröge Debüt offenbar machen, schafft es aber nur zu einer Ansammlung abgedroschener Klischees. Dazu gehört auch, dass die jungen Antihelden ihren Frust schließlich in einem kathartischen Akt hinausschreien. Als Zuschauerin möchte man das auch.

Kritik: Lida Bach

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