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Teresa und Patricia sind beste Freundinnen. Obwohl sich die Dating-erfahrene Teresa und die romantisch veranlagte Alleinerziehende Patricia sehr unterscheiden, haben sie doch eine Gemeinsamkeit: Sie haben keine Lust mehr auf miese Dates und die Nase voll von blöden Typen, bösen Überraschungen und gebrochenen Herzen. Als Teresa eines Tages den Informatiker Anton trifft, der ziemlich neurotisch und in Liebesdingen völlig unerfahren ist, kommt ihnen eine geniale Geschäftsidee: Gemeinsam mit dem Frauenhelden und Start-up-Gründer Paul programmieren sie eine App, mit der sich potentielle Dates in verschiedene Kategorien einteilen lassen. So sollen sich die User schon vor dem Treffen ein Bild davon machen können, worauf sie sich einlassen. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass Menschen eben doch nicht so einfach in Schubladen passen und man seine Herzensangelegenheiten keinem Algorithmus überlassen sollte...

Kritik

Die große Liebe über eine Dating-App finden? Gut, natürlich, man hört immer mal wieder, dass der Freund des Bruders eines Bekannten durchaus sein Glück mit Parship, ElitePatner, SilberSingles, LoveScout24 und Co. gefunden hat – und wirklich selten ist es heutzutage auch nicht mehr, dass man seinen Partner über das Internet kennenlernt. Aber in wie viele saure Äpfel muss man erst einmal beißen, bis man endlich jemanden gefunden hat, mit dem man sich vorstellen könnte, eine Beziehung einzugehen? Eben. In Rate Your Date von David Dietl (König von Deutschland) schließen vier Großstädter deswegen den Entschluss, eine App zu entwickeln, die vergeblicher Hoffnung und reinrassiger Zeitverschwendung vorbeugen soll: Eine App, die allein auf Schubladendenken basiert. Chaotin, Nestbauer, Schaumschläger, Sexgott. Persönlichkeitsstrukturen hinter Hashtags auf den Punkt gebracht.

Keine künstlich aufgeblasenen Fake-Profile, die von Spaziergängen bei Sonnenuntergang schwärmen und vom inständigen Wunsch faseln, einen Seelenverwandten zu finden, sondern eingängige Schlagworte, ehrlich, direkt und ungeschliffen. Den Erfolg, den die App von Heute auf Morgen verbuchen kann, hätten sich Teresa (Alicia von Rittberg, Jugend ohne Gott), Anton (Marc Benjamin, Vielmachglas), Patricia (Nilam Farooq, Mein Blind Date mit dem Leben) und Paul (Edin Hasanovic, Nur Gott kann mich richten) nicht erträumen lassen. Und um den Hype noch ein wenig anzustacheln (natürlich aber auch, um sich noch mehr von ähnlich gepolten Programmen zu distanzieren), ermöglicht das Quartett den Nutzern der App schließlich auch, ihre eigenen Hashtags anzufügen. Keine gute Idee, wie sich jeder Zuschauer bei der Entscheidung denken kann, denn plötzlich sind alle Frauen dumme Schlampen und alle Männer Loser ohne Eier in der Hose.

Die bemühte Kritik an heutigen Technologien wirkt in Rate Your Date weitestgehend antiklimatisch und unausgegoren, weil Regisseur David Dietl hier ganz eindeutig nur darauf aus ist, eine locker-fluffige Großstadt-RomCom in Szene zu setzen. Wenn es in der zweiten Hälfte um Mobbing (inkl. Suizidversuch) geht, dann nur aus dem Grund, weil unsere Charaktere eine Lektion benötigen, um am Ende glücklich vereint die Weißweingläser klingen zu lassen. Rate Your Date möchte sich nicht mit den Problemen unserer Zeit beschäftigen, wenn das Digitale zwangsläufig ins Analog hineingreift. Ihm geht es um sonnendurchflutete Aufnahmen der deutschen Hauptstadt, um eingängige Popmusik und quirlige Protagonisten, die durch die Irrungen und Wirrungen der modernen Liebe stolpern, um letzten Endes eben doch ihren persönlichen Frieden zu finden. Dass die vier Akteure am Ende eine neue App entwickeln, die noch zweifelhafter ist, ignoriert der Film dann vollständig.

Fazit

"Rate Your Date" ist fraglos gut besetzt und kann sich auf den spielfreudigen Auftritt seiner Hauptdarsteller verlassen, die dem Zuschauer hier durchaus die Möglichkeit geben, halbwegs kurzweilige 100 Minuten zu verleben. Inhaltlich aber bleibt die Großstadt-Komödie David Dietl abgetrenen Pfaden treu und bemüht nicht nur Klischees, sondern vergreift sich auch an einer bemühten Technologiekritik, die nicht organisch, sondern antiklimatisch wirkt. Hauptsache in Berlin scheint die Sonne. Nun, ja.

Autor: Pascal Reis

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