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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

Bei Personensuchen erscheinen zuerst die Personen, darunter ihre passenden Filme und Serien.

Wichtig ist das der Name dennoch so komplett wie möglich geschrieben wird, da bei z.b. "Nolan" auch als Vorname existiert.

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Erwähnungen

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Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Im Mittelpunkt steht eine trauernde Familie, die nach einer Tragödie in eine neue Stadt zieht, nur um festzustellen, dass in den Wäldern hinter ihrem Haus unheimliche Geheimnisse lauern.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

Historische Gewalt ist der wahre Horror in Vera Miaos geschichtskritischem Genrewerk, das anhand der vertrauten Mechanismen von Schauermärchen und Haunted House Horror untersucht wie verdrängte Verbrechen in die Gegenwart greifen. Was scheinbar den Rahmen für eine melancholische Geistergeschichte errichtet, entwickelt sich zu einer allegorischen Aufarbeitung eines ungesühnten Akts verstörender rassistischer Gewalt. Die diffusen Ängste der trauernden Familie der kleinen Gracie (Newcomerin Aria Kim) werden zum seelischen Seismographen vererbten Traumas und der spukhaften Sedimente xenophober Verfolgung. 

Nach dem Tod ihres Mannes zieht die amerikanisch-chinesische Emily (Kelly Marie Tran) mit ihrer Tochter Gracie und deren väterlicher Großmutter Nai Nai (Fiona Fu, Floatin ein entlegenes Haus in Rock Springs in den dichten Wäldern Wyomings. Seltsame Geräusche unter den Dielen und Schatten im Dickicht der Bäume ziehen Gracies Aufmerksamkeit auf das blutige Erbe der trügerisch adretten Gemeinde. Deren verkappte Vorurteile gegen als fremd gelesene Menschen zeigen sich schon unmittelbar nach der Ankunft in dem beschaulichen Ort.

Der diametrale Blick der Nachkommen anglosächsischer Siedler und chinesischer Einwanderer auf geschichtliche Gewalttaten zeigt sich exemplarisch am Umgang mit deren Artefakten. Vorbelastete Reliquien sind nur noch exotisierte Souveniers, deren blutige Bedeutung sentimentale Anekdoten überschrieben haben. Das kommunale Stillschweigen über ein mutwilliges Massaker spiegelt die Sprachlosigkeit unter den drei Generationen weiblicher Familienmitglieder. Gracie spricht seit dem Tod ihres Vaters nicht mehr. Die englischsprachig aufgewachsene Emily kann mit Nai Nai, die nur Mandarin versteht, nicht direkt kommunizieren.

Das Echo der Vergangenheit füllt diese schwermütige Stille während einer Zeit, in der nach chinesischem Glauben die Grenze zur Totenwelt durchlässig ist. Emilys Gatte ist nicht der einzige der hungrigen Geister an dieser Pforte zur Gegenwart. Schummerige Interieurs und die finsteren Wälder, in denen sich historische Schuld in monströser Gestalt aus der Erde gräbt, schaffen eine dichte Atmosphäre unheimlicher Ahnung. Jene durchbricht der zweite der drei Akte mit radikalem Realismus, der in die archaischen  Abgründe amerikanischer Historie blickt.

Fazit

Das Rock Springs Massaker am gleichnamigen Schauplatz Vera Miaos stimmungsvollen Spielfilm-Debüts dient als realer Hintergrund der symbolistischen Story. Deren dreiteilige Struktur verknüpft urbane Legende, Geister-Grusel und Slasher zu einer metaphysischen Metapher totgeschwiegener kollektiver Gewalt. Schauspielerisch nuanciert und formal ambitioniert erinnert die bedrückende Geister-Sage, die in der Midnight Sektion des Sundance Film Festival Premiere feiert, an ein kaum beachtetes Kapitel amerikanischer Geschichte. Dessen beklemmende Aktualität verstärkt die subtilen Schrecken, die abrupt von menschliche Mordgier durchbrochen werden.

Kritik: Lida Bach

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