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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zwei vom Schicksal gezeichnete Teenager-Jungen müssen vor einer gewalttätigen Entität fliehen, die die Gestalt der Person annimmt, die sie sich am meisten wünschen – nämlich die des jeweils anderen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

"If a man lies with a male as with a woman, both of them have committed an abomination; they shall surely be put to death; their blood is upon them" lautet eine berüchtigte Passage aus dem dritten Buch des Pentateuch, das s beklemmendem Okkult-Horror seinen Titel gibt. Der Textauszug dient in der christlichen Kirche als biblische Rechtfertigung der Ächtung queeren Begehrens, wie sie die jugendlichen Hauptfiguren trifft. In ihrem fundamentalistischen Heimatort im ländlichen Viktoria werden Niam (Joe Bird) und sein Mitschüler Ryan (Stacy Clausen, True Spirit) Opfer eines religiösen Rituals von mörderischer Effektivität. 

Nachdem beide sich romantisch näher gekommen sind, sieht Niam Ryan mit einem anderen Schulkameraden namens Hunter (Jeremy Blewitt). In einem Anfall unüberlegter Eifersucht verrät er die beiden an ihre Eltern. Der örtliche Priester (Nicholas Hope, Nautilus) unterzieht die Jungen einer exorzistischen Zeremonie, die Liebe auf sadistische Weise in Hass und Begehren in Gewalt verwandelt. Eine dämonische Kraft verfolgt die Gezeichneten in der Gestalt des Menschen, auf den sich ihr verbotenes Verlangen richtet. Nach Hunters blutrünstigem Tod wird auch Niam Opfer des Rituals, mit dem seine verwitwete Mutter (Mia Wasikowska) ihn zu retten glaubt. 

Eine dunkle, entsättigte Farbpalette verstärkt die trostlose Atmosphäre struktureller und sozialer Korrosion. In dieser deprimierenden Tristesse suchen die jungen Charaktere Halt in der Zuneigung zueinander, die Gemeinde hingegen in einer fanatischen Frömmigkeit. Deren Interpretation von Misshandlung als Fürsorge findet ihr übersinnliche Pendant in der Umkehr zärtlicher Gefühle in mörderische Aggression. Diese perfide Perversion des Vertrauens der Liebenden in Angst und Abscheu ist eine ebenso vielschichtige wie verstörende Allegorie konversionstherapheutischer Konsequenz. Deren inhärentes Umkehrprinzip kulminiert in der Umdeutung von Zerstörung in Heilung. Deren Preis ist die systematische Deformation intimer Beziehungen durch kollektiven Zwang. 

Fazit

Weite, finstere Räume, in denen die Charaktere Adrian Chiarellas glaubenskritischen Genre-Kinos wie verloren scheinen, betonen die soziale Isolation der gehetzten Figuren. Deren überzeugende Verkörperung durch die jungen Hauptdarstellenden vermittelt die psychologische Spannung zwischen Sehnsucht und Furcht, Nähe und Entfremdung. Jed Kürzels sonorer Soundtrack verstärkt die Wirkung der klaustrophobischen Kamera, die sich an die ausgegrenzten Charaktere anschleicht. Die monströse Präsenz repräsentiert nicht nur stigmatisierte Sexualität, sondern die internalisierte Selbstablehnung und Scham, mit denen religiöse Dogmen queere Existenzen infiltrieren. Homophobie materialisiert sich in ihrer wörtlichen Übersetzung als personifizierte Angst, in der bigotte Brutalität und abstrahierte Aggression verschmelzen. 

Kritik: Lida Bach

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