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Diane ist eine junge Studentin, die sich ihr Leben als Edelprostituierte finanziert, insgeheim aber von einem Job als Übersetzerin in den Arabischen Emiraten träumt. Auf Grund ihres Aussehens und ihrer linguistischen Fähigkeiten wird sie vom französischen Geheimdienst als Agentin zur Terrorbekämpfung rekrutiert. Pierre ist ein Kleinkrimineller, der im Gefängnis einer radikalen islamistischen Terrororganisation ins Netz geht und zur Teilnahme am Heiligen Krieg bewegt wird. Im Zuge eines geplanten Anschlags auf europäischem Boden kreuzen sich die Wege der Beiden.

Kritik

Depressing as hell

Der französische Terrorismusthriller Secret Defense ist ein Musterbeispiel für gelungenes, europäisches Politkino. Fernab von Pathos und Kitsch vergleichbarer, amerikanischer Produktionen inszeniert Philippe Haïm einen Streifen, der den geneigten Betrachter, ob seiner ebenso realistischen wie pessimistischen Sichtweise auf den Krieg gegen den Terror, wie ein Faustschlag in die Magengrube trifft. Anhand zweier Einzelschicksale wird gekonnt erläutert, wie wenig das Leben eines Einzelnen im großen Spiel des internationalen Terrorismus bedeutet. Dies wiederum gilt keinesfalls nur für die entbehrlichen Fußsoldaten der Islamisten bzw. deren zivile Opfer, sondern auch für die Agenten der verschiedensten Geheimdienste, die ihrer individuellen Persönlichkeit beraubt, wie Schachfiguren, von einem Minenfeld zum nächsten manövriert werden.

Dabei profitiert Secret Defense vor allem von den wirklich überzeugenden Schauspielleistungen von Vahina Giocante und Nicolas Duvauchelle, die den Hauptpersonen eine selten gesehene Verletzlichkeit einzuhauchen verstehen. Wenn sich Diane von der Prostituierten zur Agentin und damit – vor allem als Frau – quasi wieder zurück zur Prostituierten entwickelt, wird man als Zuschauer emotional härter getroffen als von der x-ten filmischen Ausschlachtung eines Bombenattentats. Auch Pierres tiefsitzende Verzweiflung und die beinharte Manipulationsstrategie des islamistischen Rekrutierungspersonals sind niederschmetternd. Leider entpuppen sich die Nebenfiguren als stereotypische Abziehbilder, die lediglich dazu dienen, die Grundstory voranzutreiben und deren Botschaft noch klarer zu untermauern.

Storytechnisch verläuft die Handlung von Secret Defense schnurgerade von A nach B, ohne sich schwer durchschaubaren respektive besonders gefinkelten Plottwists hinzugeben. Das wiederum unterstreicht jedoch mehr die erdig-realistische Ausrichtung von Secret Defense als das es den Machern als kreativitätslos ausgelegt werden kann. Die dunkle Farb(-filter-)Wahl weiß umsetzungstechnisch ebenso zu begeistern wie die grobkörnige Bildqualität und die wenig blockbustertaugliche Kameraarbeit. Auf groß angelegte Actionszenen wird generell verzichtet, wodurch der französische Thriller wohl eher den europäischen Sehgewohnheiten als jenen des amerikanischen Publikums entsprechen wird.

Fazit

Der französische Thriller Secret Defense bietet einen erschreckend pessimistischen Blick auf die direkten Folgen und auch die Kollateralschäden des Kriegs gegen den Terror. Ungeschönt werden Gehirnwäsche, Radikalisierung und der Verlust der Menschlichkeit auf beiden Seiten dargestellt, ohne dabei in reine Actionunterhaltung abzugleiten. Ein sehenswerter Beitrag zum politischen Weltkino, der auch mehr als 10 Jahre nach seiner Uraufführung nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat.

Autor: Christoph Uitz

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