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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Ted K lebt isoliert in einer einfachen Holzhütte ohne Strom und fließend Wasser in den Bergen Montanas. Der ehemalige Universitätsprofessor verachtet das moderne Leben und die Technikgläubigkeit der Gesellschaft. Als er seine Existenz und die Natur um ihn herum bedroht sieht, mündet seine radikale Geisteshaltung in Taten. Es beginnt mit lokalen Sabotageakten und endet mit tödlichen Bombenattentaten.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

 Unbeschwerte Augenblicke emotionaler Nähe existieren allein in der Einbildung des sozial unangepassten Titelcharakters, dessen terroristische Karriere Tony Stones hypnotisches Psychodrama chronologisch aufarbeitet. Mit beeindruckender Präzision rekonstruiert sein differenziertes Portrait den aufhaltsamen Abstieg des Hauptcharakters in mörderischen Fanatismus, inszenatorisch geschickt kontrastiert mit einer nicht minder tödlichen Manie weit größeren Ausmaßes. Gegenüber der Umweltzerstörung im Zuge der Erschließung Montanas, in dessen malerischer Natur Ted (exzellent: Sharlto Copley) auf seinem Stück Land in einer Blockhütte haust, schrumpfen seine Taten.

Zweite führten zur bis dato größten Menschenjagd in der Geschichte des FBI. Das „K“ im Titel steht für Kaczynski. Ted ist der Unabomber. Der Medienname des durch eine Reihe Attentate mit selbst gebastelten Bomben berüchtigten Terroristen steht synonym für die psychologische Leerstelle, der Copleys (Gringo) intensives Schauspiel und der analytische Plot ein systemkritisches Palimpsest entgegensetzen. Elegische Bilder, so ausdrucksstark wie der kompilierte Soundtrack, werden zu Allegorien individueller Ohnmacht angesichts globaler Zerstörung, von Gewalt, die Gewalt hochzüchtet.

Dabei erscheint die in ihrer berechtigten Wut über die rücksichtslose Vernichtung ihres mit den Wildtieren friedlich geteilten Lebensraums verständliche Figur Kaczynski nie heroisch verklärt. Sein luddistischer Extremismus ist letztlich auch immer die Wut eines frustrierten weißen Cis-Mannes mit der festen Überzeugung, er habe ein Recht auf Bedeutsamkeit und öffentliche Beachtung. Dass der sozialstrukturelle Nährboden dieser Ansichten nicht schlicht kapitalistisch ist, sondern vor allem patriarchalisch, bleibt der blinde Fleck der visuell und narrativ fesselnden Geistesstudie.

Fazit

Angeordnet um die herausragende Darstellerleistung Sharlto Copleys entfaltet Regisseur Tony Stone die filmische Monografie eines Attentäters, den seine eigene Hilflosigkeit noch mehr antreibt als die erklärten antitechnologischen Ziele. Erzählt in den eigenen Worten des als Unabomber bekannten Bombenbauers Ted Kaczynski, konzentriert sich die ruhige Handlung ganz auf dessen persönlichen Entwicklungsprozess vom hochintelligenten Außenseiter zum Fanatiker. Ohne dessen Schuld zu relativieren, verweist die kondensierte Story auf das gesellschaftliche Paradox der Normalisierung kollektiven und gleichzeitiger Kriminalisierung individuellen Unrechts.

Kritik: Lida Bach

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