{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Bianca ist ein temperamentvolles 13-jähriges Mädchen, das nach Halt sucht. Innerhalb ihrer Familie fühlt sie sich nicht gesehen – weder von ihrer Mutter, deren ganze Sorge ihrem kleinen Bruder und dessen Herzerkrankung gilt, noch von ihrem Vater und dessen neuer Freundin Cruz, die Bianca für durchgeknallt halten. Als Biancas Lieblingsschauspielerin Billie King plötzlich im Wohnzimmer der Familie auftaucht, ändert sich alles. Im Laufe eines sengend heißen Sommertages voller Emotionen kommen Biancas lebhafte Fantasie und ihr Gedankenwirrwarr zum Ausdruck.

Kritik

Die Aufmerksamkeit, die sich die 12-jährige Heldin s mit Musical- und Fantasy-Elementen gespickten Coming-of-Age-Films so begierig wischt, kriegt sie im Grunde längst: Der sich an einem einzigen Tag abspulende Plot dreht sich ganz um die verwöhnte Bianca (Lisa Vanhemelrijck), die ihren herzkranken kleinen Bruder Alan (Lewis Hannes) bitter beneidet. Nicht um seine gesundheitliche Beeinträchtigung, sondern die Aufmerksamkeit, die ihm diese einbringt. So imaginiert sich die narzisstische Protagonistin ihr popkuturelles Privat-Publikum in Gestalt ihrer Lieblings-Serien-Darstellerin Billie King (Sachli GholamalizadThe Persian Version).

Die taucht plötzlich in Biancas Zuhause auf und nimmt Anteil an deren Frust über das mütterliche Desinteresse und einen Vater, der mit einer neuen Partnerin namens Cruz nochmal neu anfängt. Dass mit Billie King eine queere Persönlichkeit zur Mentorin und Kameradin wird, ist gerade in Kinderfilmen selten und soll proklamatisch die Progressivität der Adaption Bart Moeyaerts gleichnamigen Kinderbuchs betonen. Doch diese konterkarieren schon die schematische Story sowie die plakativen Pseudo-Probleme der jungen Protagonistin und ihrer Phantasie-Kameradin Billie.

Letzte hat mit ihrer schwangeren Partnerin und einem kleinen Sohn ihre eigenen Sorgen, die Bianca eine neue Sicht auf die Herausforderungen des Erwachsenenlebens eröffnen. Diese pädagogische Lektion entfaltet sich so didaktisch, wie sie klingt, und schafft einen moralistischen Rahmen, in dem die queeren Themen unangenehm kalkuliert wirken. In einer Zeit alarmierend wachsender Queerfeindlichkeit werden interpretiert das zuckerige Szenario (implizit sexuelle) Orientierung queerer Heranwachsender als Geltungssucht und buchstäbliches Luxus-Problem. Trotz sensibler Ansätze nur ein weitere Abarbeitung der üblichen Genreformeln.

Fazit

So erfreulich es ist, queere Storys im Jugendprogramm der 76. Berlinale, wo Frederike Migoms beschwingte Bestseller-Verfilmung Premiere feiert, zu sehen, so enttäuschend ist der mangelnde Tiefgang des konventionellen Kinderfilms. Das erfrischende Spiel mit metatextuellen Elementen und perspektivischer Doppelung bleibt inszenatorisch unausgegoren. Die materiellen und sozialen Privilegien der Figuren geben deren Bedürfnis nach wörtlichem und emotionalem “Gesehen werden” noch banaler erscheinen. Formal solide, aber unspektakulär, konstruieren Kameraführung, Schnitt und Musik die Erwachsenenversion einer Jugendperspektive, voller verkrampfter Coolness.

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×