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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Drei Mädchen versuchen, aus ihrem Dorf zu fliehen, um dem Aberglauben und der fanatischen Feindseligkeit zu entkommen, die sie umgeben. Nur das blinde Mädchen schafft es nach draußen – und steht plötzlich einem Elefanten gegenüber.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Mädchen seien in den Augen der patriarchalischen Gesellschaft so ähnlich wie Elefanten, erklärte Ishtiyak Ahmad Zihad auf dem Shanghai International Film Festival nach der Premiere seines allegorischen Leinwand-Debüts. Als habe sie eine unterbewusste Ahnung dieser allegorischen Gemeinsamkeiten, fühlt sich die junge Titelheldin (Sanjida Akter Sorna) magisch angezogen von dem Dickhäuter. Dessen Präsenz am provinziellen Schauplatz signalisiert den mentalen und kommunalen Wandel der blinden Momi. Ihre körperliche Kondition wird zum physischen Pendant eines sozialen Scharfblicks, der ihren Freiheitsdrang weckt. 

Doch eine selbstbestimmte Lebensgestaltung scheint nahezu unerreichbar für die Protagonistin und ihre zwei besten Freundinnen Hima (Tahmida Rahman Touhida) und Laili (Sumaiya Haque). Zu Dritt machen sie sich im ersten Akt auf den Weg zu dem Elefanten, der in ihrem Dorf kursierenden Gerüchten zufolge in der Umgebung gesehen wurde. Ihre Eltern sind empört über deren Ausflug, der ihren Vorstellungen von weiblichem Gehorsam und Häuslichkeit widerspricht. Doch in Momi wächst stummer Widerstand gegen die konformistische Kontrolle. 

In den stimmungsvollen schwarz-weiß Bildern, für die Kameramann Samiul Karim Shuptak auf dem Festival ausgezeichnet wurde, manifestiert sich der farblose Alltag der Figuren und zugleich die rigiden binären Strukturen der traditionalistischen ländlichen Gesellschaft. Stilisierte Szenen, in denen die Darstellerinnen gleich tableaux vivants verharrend, unterstreichen neben ihre strukturellen und systemischen Einschränkungen auch ihre gesellschaftliche Reduktion zu dekorativen Objekten. Derlei symbolistische Stilmittel lasten schwer auf der reduzierten Handlung, deren märchenhafte Aspekte die universellen Untertöne der metaphorischen Milieustudie.

Fazit

Gesellschaftskritik und regionale Mythen verschlingen sich in Ishtiyak Ahmads filmischer Fabel von weiblicher Solidarität und Selbstermächtigung. Gefangen in einem von diffusen Ängsten und religiöser Repression geformten System, nutzen die weiblichen Charaktere jede auf ihre Art die Instrumente misogyner Unterdrückung zur Befreiung. Jenes Narrativ enthüllt die zwiespältige Perspektive des Regisseurs, der sich feministisch positioniert, aber die patriarchalischen Strukturen perpetuiert, die er oberflächlich kritisiert. Realismus und Folklore überlagern einander in einem modernen Märchen, dessen expressive Bildsprache und starke Darstellungen zwiespältige Implikationen bergen. 

Kritik: Lida Bach

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