{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die Geschichte handelt von einem Maler im Paris des Jahres 1928, der nach dem Tod seiner Frau arbeitsunfähig ist und unwissentlich an inszenierten Séancen einer Schaustellerin teilnimmt. Als er seine Inspiration wiederfindet, verliebt sich die Frau in den Mann, den sie täuscht.

  • 1xrqwkcf8hv0f3cfg0qoko9broy
  • Hhejnwl7zro43odiwu7t9ynfsqg
  • Xfpeeuugly6an16s6iv9yspppet
  • Iblfpvvpf7zd90uthvcjsgpqg8t
  • Kwmtrstgqhs4nkwpuyhztzeeq1v
  • Zhovvuznwv0wqvjrt9gy7tbnk4a
  • 4vdsqlt1lzkpk7uottjfubezqz8
Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Fühlt das Elektrisieren der Liebe!“, bewirbt ein Schausteller in einer frühen Szene die titelgebende Attraktion Pierre Salvadoris (Lieber Antoine als gar keinen Ärger) klischeehaften Kostümschinkens. Dessen vorhersehbare Handlung ist die filmische Entsprechung des billigen Budenzaubers, mit dem Anaïs Demoustiers (Asterix & Obelix: Der Kampf der Häuptlinge) Protagonistin sich in der gen Ende der Pariser Belle Epoque angesiedelten Story durchschlägt. Als „elektrische Venus“ lässt sie sich auf dem Jahrmarkt für 30 Centimes von Männern küssen, während ein verborgener Kollege sie unter Strom setzt. Das Publikum hält die Kontaktelektrizität für romantische Funken.

Nach der gleiche Methode verfährt die schematische Inszenierung. Sie verkauft seichte Sentimentalität als Romantik und tumben Klamauk als Witz, während die fadenscheinige Historienkulisse sich als nostalgischer Charme ausgibt. Dazu passend verklärt der Plot für Geld vorgegaukelte Gefühle als Initialzündung echter Liebe. Der verwitwete Maler Antoine (Pio Marmaï) verwechselt Demoustiers Suzanne mit der Jahrmarkts-Spiritistin, die ihrer Kundschaft Kontakt mit verstorbenen Liebsten vorspielt. Verlockt von der großzügigen Bezahlung täuscht Suzanne vor, Antoines verstorbene Gattin Irene spreche durch sie.

Tiefbewegt überredet der Trauernde sie zu einer weiteren Séance in seinem Haus. Als sein Kunsthändler und Freund Armand (Gilles Lellouche, Beating Hearts) sieht, dass der falsche Trost Antoine wieder zum Malen anregt, besticht er Suzanne, den Betrug zu beider Profit mit von ihm gelieferten Privatdetails weiterzuführen - bis es tatsächlich funkt. Umständliche Rückblenden, für die Demoustier als Irene eine schlecht sitzende Perücke gegen die andere tauscht, erzählen die Vorgeschichte des Ehepaares. Auch darin haben Lügen und Betrügen ihren prominenten Platz. 

Dass die Ausbeutung von Trauer als amüsant präsentiert wird, zeigt den zynischen Kommerz hinter der larmoyanten Liebeskomödie. Die konterkariert eben jene Illusion von Ehrlichkeit und emotionaler Echtheit, die sie vermarktet ohne jede Spur Selbstironie oder Doppelbödigkeit. Armut, Ausbeutung und Abhängigkeit werden von privilegierter Position verspottet. Gefühle sind ebenso austauschbar wie die Menschen, die sie wecken. Geld ist das einzig Wahre, wofür nur die richtigen Knöpfe gedrückt und Bilder produziert werden müssen. Schon zahlen die Leute für assistierten Selbstbetrug. 

Fazit

Chargierendes Schauspiel und hölzerne Dialoge machen Pierre Salvadoris derivative Liebeskomödie, die als Eröffnungsfilm der 79. Ausgabe von Cannes außer Konkurrenz Premiere feiert, noch ein Stück verstaubter. Kostüme und Kulissen wirken so unecht wie das historische Setting. Das blendet neben den sozialen und politischen Spannungen auch die wirtschaftliche Realität der Figuren aus. Bunt und beliebig, besitzen die Kameraaufnahmen die adrette Ästhetik von Postkarten-Panoramen. Der abgeschmackte Humor bleibt durchschaubare Behauptung, wie das willkürlich wechselnde Herzweh und Herzrasen der Charaktere.

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×