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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Emus! Sind das nicht diese großen Vögel, die nicht fliegen können? Weil sie die Landschaft verwüsten und Kinder entführen, hat Australien ein echtes Problem mit den Federviechern. Eine militärische Sondereinheit rückt an. Der Leiter der Operation ist Major Meredith, der mit den Emus noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Zwei räudige Rambos und „Australia’s Horniest Man“ sollen Abhilfe schaffen. Das Ziel der Chaotentruppe: die Emu-Königin muss zur Strecke gebracht werden.

Kritik

Gesehen im Rahmen des Programm des HARD:LINE Film Festival 2024

Es ist lobenswert, dass immer wieder versucht wird, absurde Geschichten für die Leinwand zu konzipieren. Doch selbst die skurrilsten Szenarien scheitern oft daran, mit der Wirklichkeit zu konkurrieren. Ein bemerkenswertes Beispiel für historisch belegte Absurdität sind die Emu-Kriege von 1932 in Australien. Hier traten die Streitkräfte gegen eine große Population von Emus an, die landwirtschaftliche Flächen verwüsteten. Trotz des militärischen Einsatzes blieben die Bemühungen ineffektiv, und die Tiere stellten weiterhin eine Herausforderung für die Farmer dar. Akkurater sowie unterhaltsamer wurde das Thema vom YouTube-Kanal Oversimplified zusammengefasst. Ihr sehenswertes Video haben wir hier verlinkt und damit empfohlen.

Der australische Very-Low-Budget-Film The Emu War greift dieses Thema ebenfalls auf und versucht erst gar nicht, die durchaus in der Thematik vorkommenden ernsten Töne zu behandeln. Das Regie-Trio (, und ), die auch vor der Kamera agierten, präsentieren dem Publikum verständlicherweise lieber das reinrassige Spaßprogramm. Die Emus werden als kampffähige Gegner dargestellt, die sogar zurückfeuern, während die menschlichen Protagonisten meist als Redneck-Tölpel oder militärische Dumpfbacken erscheinen, die sich gerne auch mal einfach selbst dezimieren (Stichwort: Zyankali-Zahn). Im Verlauf des Konflikts scheinen die Emus sogar menschlicher und cleverer zu sein als ihre Gegenspieler, wobei beide Parteien ihre Gründe und Geschichten haben, warum sie in den Krieg ziehen. Das ist  natürlich totaler Schwachsinn, der durchgängig zelebriert wird. Ehrensache.

Dieser reine Nonsens zieht sich durch den gesamten Film, von der Motivation bis zur Ausführung des Konflikts. Dabei parodiert der Film nicht nur den pathetischen Ton großer Kriegsepen, sondern auch deren dramatische Wendungen. Diese Karikatur, gepaart mit einigen Geschmacklosigkeiten, macht The Emu War zu einem amüsanten Film für einen unterhaltsamen Abend auf einem Filmfestival (am besten natürlich dem HARD:LINE in Regensburg). Doch außerhalb dieser Atmosphäre und ohne das Mitwirken eines begeisterten Publikums sowie einer großen Leinwand und ein paar Kaltgetränken (wir empfehlen Gerstensaftschorle) verliert der Film dann doch recht rasch an Reiz und Wirkung.

Obwohl er nur knapp 75 Minuten dauert, wird schnell deutlich, dass die Idee von The Emu War besser als ein längerer Sketch oder Kurzfilm funktioniert hätte. Mit der Zeit verliert sich das Absurde in der Normalität, und die Versuche, es immer wieder zu übertreffen, werden repetitiv. Es gibt sicherlich einige gelungene dumme Ideen im Film, aber mangelnde Intelligenz bedeutet nicht zwangsläufig auch einen anhaltenden Unterhaltungswert. Wer mit ähnlich gelagerten Titeln auch außerhalb von Festivals seine Freude hatte, macht gewiss mit einer Sichtung von The Emu War nichts verkehrt. Alle anderen reicht vermutlich der Trailer oder bereits das Wissen, dass der Titel überhaupt existiert.

Fazit

Klassischer Crowdpleaser für ein Filmfestival. Genau dort dürfte "The Emu War" für jede Menge Gejohle, Szenenapplaus und Lachtränen sorgen. Außerhalb davon ist es dann doch nur ein nett gemeinter, recht sympathischer Trash-Happen, der als Kurzfilm wahrscheinlich besser funktioniert hätte. 

Kritik: Sebastian Groß

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