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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

Bei Personensuchen erscheinen zuerst die Personen, darunter ihre passenden Filme und Serien.

Wichtig ist das der Name dennoch so komplett wie möglich geschrieben wird, da bei z.b. "Nolan" auch als Vorname existiert.

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Erwähnungen

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Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Als Nordspanien in den 1870er Jahren von politischer Gewalt erschüttert wird, tauchen in den Dörfern verstümmelte Frauenleichen auf; während ein Krieg droht, sehen sich die Behörden gezwungen, Jagd auf einen Mörder zu machen.

Quelle: themoviedb.org

Kritik

„Seine Legende lebt weiter.“, besagt ein Text vor dem Abspann David Pérez Sañudos (Azken erromantikoak) filmischen Porträts des unter dem titelgebenden Alias berüchtigten Serienkillers Juan Díaz de Garayo. „Von seinen Opfern wissen wir kaum einmal die Namen.“ Daraufhin erscheint auf der Leinwand eine Liste jener fünf Frauen sowie eines Mädchens, die Garayo Ende des 19. Jahrhunderts während der Carlistenkriege grausam ermordete. Die pseudo-emanzipatorische Geste scheint im doppelten Sinn ein dramaturgischer Afterthought; ein unaufrichtiger und unzureichender Ausgleich für den fehlgeleiteten Fokus des gediegenen Geschichtskrimis. 

Dessen in knappe Kapitel unterteilte Handlung beginnt am Standrand von Vitoria während des Dritten Carlistenkrieges, als die katholischen Anhänger Don Carlos gegen den zentrierten spanischen Staat rebellierten. Nachdem ihre jüngere Schwester erwürgt am Flussufer aufgefunden wurde, reist Lehrerin Ángela Berrosteguieta (eindringlich: Patricia López Arnaiz, Ane is Missing) zu ihrer Beerdigung an. Hinter ihrer kühlen Fassade gegenüber ihrer erwachsenen Nichte (Haizea Carneros) verbergen sich aufrichtige Trauer und der eiserne Wille, den Schuldigen zur Strecke zu bringen. Doch in der entscheidenden Phase des Krieges haben die männlichen Machtfiguren andere Prioritäten. 

„Sie haben ihren Krieg - wir haben unseren.“, beschreibt es eine Frau, die Ángela bei ihren eigenmächtigen Nachforschungen befragt. Der von Männern gelenkte Konflikt, der von Männern besetzte Polizei- und Justizapparat, sowie ein fundamental patriarchalisches System, das Frauen ebenso wenig systemische Autonomie wie sozialen Stellenwert zugesandt, bilden den idealen Nährboden für Garayos (Antonio de la TorreLos Tigres)schreckliche Verbrechen. Sañudos  und rein Co-Drehbuchautor Sergio Granda zeigen den nahezu ungebildeten Bauern und Wanderarbeiter als zwanghaften Impulstäter, dessen intellektuelle Beeinträchtigung ein verschlagener Instinkt aufwiegt. Die Ursache seines augenscheinlichen Hasses auf Frauen bleibt unergründet.

Stattdessen sollen ihn die väterliche Zuneigung zu seinem Sohn Tomas, den die Carlisten zwangsrekrutieren und den er verzweifelt sucht, zur tragischen Figur machen. Seine Opfer bleiben hingegen Leerstellen, deren Tod überhaupt nur Beachtung findet, weil Ángelas Schwester keine Sexarbeiterin war. Gebildet, stets korrekt gekleidet, und finanziell abgesichert, erscheint Ángela als zivilisiertes Gegenbild des animalischen Täters. Beider strategischer Kampf erstreckt sich auf dramaturgische Ebene als Konkurrenz um Leinwand-Zeit. Heimliche Hauptfigur bleibt der Titelcharakter, dessen Spitzname auf die beflissenen Aussparungen blutrünstiger Details deutet.

Fazit

Angelehnt an Goya und spanische Malerei des späten 19. Jahrhunderts erfasst Kenneth Oribes Kamera die blutige Ära in düsteren Panoramen. Gewalt auf staatspolitischer Ebene wird zum entscheidenden Faktor individueller Brutalität. Jene systemische Kritik verdeckt eine analytische Auseinandersetzung mit normalisierter Misogynie und Femiziden. Gleich zwei engagierte Männerfiguren widmen sich entgegen aller strukturellen Hindernisse der Aufklärung der Mordserie. Deren Schrecken bleibt trotz des überzeugenden Schauspiels stets abstrakt, szenisch entrückt und mythologisiert.  Die wahre Bedrohung scheinen nicht durch chauvinistische Hierarchien geschützte Männer, sondern eine triebhafte Unterschicht, die zweite Chancen hinterhältig ausnutzt. 

Kritik: Lida Bach

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