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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Joe und Angela befinden sich in einer prekären Lage, und heute Abend könnte alles auseinanderbrechen. Unglücklicherweise stehen ihre Nachbarn von oben kurz vor der Ankunft zum Abendessen, und alles, was schiefgehen kann, geht noch schlimmer schief.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Ehe ist nicht das Ergebnis von Verliebtsein, sondern dessen Gegenteil. So jedenfalls besagt es zu Beginn Olivia Wildes (Don't Worry Darling) süffisanter Couple-Comedy ein bekanntes Bonmot des ihres Nachnamensvetters Oscar. Dessen subversiver Sarkasmus ist indes weit entfernt von der starbesetzten Remakes Cesc Gays 2020er Überraschungshits Sentimental. Dessen Kombination budgetfreundlicher Umsetzung und Publikumswirksamkeit motivierte bereits eine deutsche Neuverfilmung mit dem umständlichen Titel Die Nachbarn von oben. Beim sich - zumindest für deutschsprachige Zuschauende - aufdrängenden Vergleich ist Wildes Sundance Premiere unbestritten überlegen, aber abgehängt von der bissigen Brillanz ihrer filmischen Vorbilder. 

Letzte sind moderne und klassische Sittensatiren wie Yasmina Rezas Gott des Gemetzels und Edward Albees Wer hat Angst vor Virginia Woolf? Deren Prämisse - zwei ungleiche Paare verbringen einen gemeinsamen Abend voll persönlicher Sticheleien, wechselnder Allianzen und ungeplanter Enthüllungen - und Struktur dienen als Grundlage des spöttischen Szenarios. Die frustrierte Hausfrau und Mutter Angela (gespielt von Regisseurin Wilde selbst) hat die neuen Nachbarn aus der überliegenden Wohnung zum Abendessen eingeladen. Zum Unmut ihres mürrischen Gatte Joe (Seth Rogen, Das ist das Ende). Er neidet Edward Nortons (Sausage Party: Foodtopia) Hawk und Penélope Cruz (The OscarsPina praktisch alles.

Das aufgeschlossene Paar sieht attraktiv aus, ist körperlich fit, harmoniert romantisch und hat leidenschaftlichen Sex. Dessen Geräuschpegel lässt die faszinierte Angela und den verärgern Joe indirekt an der Erfahrung teilhaben. Doch ihre experimentierfreudigen Gäste wollen mehr und laden das Protagonisten-Paar zu einem Vierer ein. Die unerwartete Chance heimliche Phantasien auszuleben, konfrontiert das Ehepaar mit unwillkürlichen Hemmungen und heimlicher Prüderie. Mit jenen ringt auch die polierte Inszenierung. Tadelloses Timing, schauspielerische Chemie und ein sorgfältiges Skript kaschieren nur bedingt die spießigen Standards hinter der freimütigen Fassade. 

Sex wird im zweiten Akt der bühnenhaften Handlung detailliert besprochen, Charakteren und Publikum in Aussicht gestellt, und nach langem Hin und Her scheinbar initiiert, doch wenig überraschend nie umgesetzt. Zwar ist Wildes Begründung annehmbarer als die Rehabilitation konservativer Familienwerte, aber selbst diese paartherapeutische Dialektik zementiert letztlich normative Beziehungskonstrukte. Alternative Konstellationen wie Pinas und Hawks offene Beziehung erscheinen als eine kuriose Pervertierung der straighten, monogamen, institutionalisierten, reproduktiven Norm. Erotische Eskapaden seien der falsche Weg zum Bewältigen partnerschaftlicher Krisen, konstatiert die starre Moral des sittsamen Sittenstücks. 

Fazit

Rappelvolle Kinosäle und begeistertes Publikum auf Sundance, wo Olivia Wildes komödiantisches Kammerspiel Premiere feiert, lassen keine Zweifel am humoristischen Gespür der Regisseurin und ihres Drehbuchautoren-Duos Rashida Jones und Will McCormack. Deren in Tempo und Timing ausgefeilte Neuauflage Cesc Gays spanischen Kinoerfolgs verkörpert Independent-Kino in absoluter Assimilation an Mainstream Studio-Produktionen. Ein grandios aufspielender Star-Cast und austauschbare Hochglanz-Optik sind die perfekte Folie der bildungsbürgerlichen Biederkeit hinter den harmlosen Pegging-Pointen. Der sich nahezu in Echtzeit an einem einzigen Schauplatz entfaltende Plot ist Produkt und Instrument der Prüderie, die er scheinbar vorführt. 

Kritik: Lida Bach

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