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Nach vier Jahren im Krieg kehrt Tom Sherbourne nach Australien zurück, wo er die Stelle des Leuchtturmwärters von Janus Rock annimmt. Zusammen mit seiner Frau Isabel zieht er auf die abgelegene Insel, die weit vor der Küste liegt und nur alle paar Wochen von einem Versorgungsschiff angesteuert wird. Die Jahre vergehen, und Isabel erleidet zwei Fehlgeburten und eine Totgeburt. Doch eines Tages hört sie ein Baby schreien: Ein Boot ist angespült worden, darin ein toter Mann und das lebende Kleinkind. Tom will den Vorfall melden, doch seine Frau besteht darauf, dass das Baby ein "Geschenk Gottes" ist. Sie nehmen das Kind als ihr eigenes an, doch schon bald müssen sie erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen zerstört hat.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mit Filmen wie "Blue Valentine" und "The Place Beyond the Pines" bewies der amerikanische Regisseur Derek Cianfrance, dass er ein sowohl technisch versierter als auch erzählerisch starker Filmemacher ist. Er hat das Talent, dass Beste aus seinen Darstellern rauszuholen. Nicht zu leugnen war also das allgegenwärtige Interesse an seinem neuesten Werk, in dem der Oscar nominierte Michael Fassbender und die Oscar Preisträger Alicia Vikander und Rachel Weisz in den Hauptrollen agieren. Stutzig wurde man allerdings ob der Grundlage des Films. Dieser basiert auf dem gleichnamigen Buch von Autorin M. L. Stedman und steht mit seiner fast schon Nicholas Sparksesken Art im Gegenspruch zu seinem bisherigen Schaffen, das mehr mit echten Emotionen überzeugte als mit emotionaler Manipulation.

Die ersten zwei Drittel des Films bekommt man in einer Kurzfassung schon im Trailer präsentiert. Tom Sherbourne (Michael Fassbender) kehrt vom Krieg gezeichnet nach Westaustralien zurück um dort als Leuchtturmwärter einer sonst einsamen Insel zu arbeiten. In dieser Abgeschiedenheit denkt er viel über sich und seine Vergangenheit nach, was uns in verschiedenen Einstellungen von insgesamt gefühlt 30 Minuten eingehämmert wird. Als Tom zum Festland zurückkehrt lernt er die dort ansässige Isabel Graysmark (Alicia Vikander) kennen, mit der er auch gleich eine Romanze beginnt, die überraschend schnell in einer Heirat endet – denn nur seine Frau darf ihn zum Leuchtturm begleiten. Zurück beim Leuchtturm folgen nun weitere gefühlte 30 Minuten von verschiedenen Einstellungen, in denen uns die Liebe der beiden glaubwürdig vermittelt werden soll. Nach einigen Schicksalsschlägen, die weitere Entscheidungen unserer Protagonisten begründen sollen, wird wie durch Zufall ein Boot mit einem toten Mann und einem kreischenden Baby angespült. Isabel überzeugt ihren Mann sogleich, das Kind zu behalten und den Vorfall nicht zu melden. Gesagt getan. Blöd nur, dass Tom der eigentlichen Mutter des Kindes (Rachel Weisz) bei einem ihrer wenigen Landgänge begegnet und mit dem schlechten Gewissen nicht so recht umzugehen weiß. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits knapp zwei Drittel des Filmes vergangen und er geht leider ähnlich überraschungsarm weiter, bis er nach langen zwei Stunden und zwölf Minuten endet.

Ähnlich nüchtern wie die Beschreibung des Films, wird auch die Wahrnehmung des Zuschauers ausfallen. Obwohl man sich viel Zeit für die einzelnen Charaktere nimmt, will man einfach keine Emotionale Bindung zu ihnen aufbauen. Das ist nicht den Darstellern geschuldet, denen Cianfrance alles menschenmögliche Abverlangt, sondern viel mehr der melodramatischen Grundlage, die mehr  bemüht ist dem Zuschauer einzureden er müsse etwas fühlen, als ihn wirklich dazu zu bringen etwas zu fühlen. Jeder wird die Dramatik in der Situation erkennen, doch ähnlich wie der Tod eines Familienmitgliedes einen mehr bestürzt, als der Tod eines Wildfremden, geht einem das alles ohne jeglichen Bezug zu den involvierten (auf gut Deutsch gesagt) am Arsch vorbei. Als Autor hätte Cianfrance hier mehr Mut beweisen und sich soweit von der Grundlage entfernen müssen, dass er etwas eigenes und emotional mitreißendes  schafft, wie es ihm schon in seinen vorherigen Filmen so wundervoll gelungen ist. Stattdessen hält er sich aber fast schon sklavisch an die Vorlage und übernimmt damit auch alle negativen Aspekte die damit verbunden sind. Er wird selbst zum Opfer der emotionalen Manipulation, die er nun – wahrscheinlich eher unfreiwillig – an den Zuschauer weitergibt.

Tortz dieses inhaltlich desaströsen Fehlers, weiß Cianfrance auch in diesem Film die technischen Aspekte seines Handwerks perfekt auszuführen. Im krassen Gegensatz zur inhaltlichen Leblosigkeit, stehen die wunderschönen Bilder von Kameramann Adam Arkapaw ("Macbeth", "True Detective"). Nahezu jede Einstellung des Films mag man sich als Poster an die Wand hängen. Der Mann hat ein unfassbares Gespür dafür sowohl die großen, als auch die kleinen Momente in makellosen Bildern festzuhalten. Ergänzt wird die Schönheit der Bilder durch den Score von Oscarpreisträger Alexandre Desplat ("The Grand Budapest Hotel", "Rogue One"), der zwar nicht zu seinen besten Arbeiten gehört, sich aber durchaus hören lassen kann. Damit ist der Film am Ende wie die meisten Supermodels: Optisch wunderschön, inhaltlich aber total leblos.

Fazit

Lang, durchschaubar aber wunderschön – diese drei Adjektive umschreiben den neuesten Film von "Blue Valentine" und "The Place Beyond the Pines" Regisseur Derek Cianfrance wohl am besten. Trotz inszenatorischer Brillianz und großartigem Schauspiel weiß der Film inhaltlich - ob der fehlenden Bindung zu seinen Charakteren und ein paar zu vielen Zufällen in der Handlung - nicht zu überzeugen.

Autor: Tobias Bangemann

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