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Grace, die neue Freundin von Mia und Aidans Vater, muss um die Akzeptanz seiner beiden Kids kämpfen. Schon bevor wir Grace allerdings das erste Mal richtig zu Gesicht bekommen, haben die beiden Sprösslinge sie längst dämonisiert, zu einer Hexe, die ihre Mutter ersetzen soll. Als Grace (Riley Keough) schließlich ins Bild tritt, ist sie eine Seele von Mensch und sichtlich um die Gunst der beiden bemüht. Bald darauf wird das Trio von der Außenwelt abgeschnitten, ohne Strom in einer bitterkalten Waldhütte, und die Situation spitzt sich zu. Grace muss um ihr aller Überleben kämpfen – und um ihre geistige Gesundheit. Denn unter dem Misstrauen und der scheinbar ausweglosen Situation droht sie, nach und nach den Verstand zu verlieren.

Kritik

Bereits mit ihrem gefeierten Debütfilm Ich seh Ich seh setzte das österreichische Regieduo Severin Fiala und Veronika Franz auf psychologischen Horror, der zunehmend unter die Haut ging. The Lodge, der Anfang 2019 auf dem Sundance Film Festival seine Premiere feierte und die erste internationale Produktion der beiden darstellt, geht stilistisch und thematisch einen ähnlichen Weg: Erneut geht es um eine Frau, die sich an einem abgelegenen Ort zwei feindselig eingestellten Kinder gegenübersieht. Dass all das ziemlich böse enden wird, ist ziemlich offensichtlich.

Bereits von Beginn an baut The Lodge ein stetig unwohles Gefühl auf, das sich zunehmend steigert. Über allem hängt etwas Bedrohliches in der Luft, ohne dass zunächst offenbart wird, worum es sich eigentlich handelt. Zwei Kinder verlieren auf tragische Weise ihre Mutter (kurzer Auftritt für Alicia Silverstone) und sehen den Schuldigen dafür vor allem in der neuen Partnerin ihres Vaters. Die junge Frau (gut gespielt von Riley Keough) ist zudem ehemaliges Sektenmitglied und einzige Überlebende eines beängstigenden Gruppensuizids dieser Vereinigung, was das Misstrauen umso mehr steigert.

Auf Jump Scares oder ausufernde Gewalt verzichtet The Lodge nahezu völlig, der Film gibt sich diesbezüglich sehr zurückhaltend und setzt viel mehr darauf den Schrecken in unseren Köpfen entstehen zu lassen, statt ihn explizit zu visualisieren. Das funktioniert aufgrund der drückenden Atmosphäre auch recht gut, sofern man als Zuschauer die nötige Geduld aufbringt und mit den richtigen Erwartungen an den Film herantritt. Die Bühne gehört den traumatisierten Charakteren, die lange Zeit ihre wahren Absichten verbergen. Wer hier wem schaden will und ob überhaupt, wird nicht so schnell klar. Auch nicht, in welche Richtung sich The Lodge entwickelt: Surreale Elemente deuten auf einen übernatürlichen Spuk hin, andererseits könnte es sich aufgrund der mentalen Verfassung der Akteure auch nur um Einbildung handeln.

All das steigert die (An-)Spannug und auch die Erwartung an einen großen Knall, den The Lodge allerdings nicht in Gänze liefern kann. Zwar kommt es gegen Ende durchaus zu einigen überraschenden Entwicklungen, die einige Zuschauer mehr, andere weniger ansprechen werden, der Film lässt sie aber auch ein wenig unaufregend und schnell wieder verstreichen. Bei dem mühevollen Aufbau, der hier betrieben wurde, versprach der Ausgang dadurch eben doch mehr, als letztendlich einhalten werden konnte. Schlecht macht das das Horror-Drama zwar noch nicht, es hinterlässt aber dennoch eine leicht unbefriedigende Note an einem gar nicht uninteressantem Film.

Fazit

"The Lodge" setzt auf psychologischen Horror und wählt für seine Umsetzung einen eher zurückhaltenden Weg, der sich über weite Strecken aufgrund der packenden Atmosphäre und der gut argierenden Darsteller als recht gelungen erweist. Dass die Begeisterung im Schlussakt ein wenig ausbleibt ist gewiss schade, sehenswert ist das Horror-Drama aber dennoch.

Autor: Sebastian Stumbek

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