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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Im New York der 1980er Jahre erlebt eine Künstlerin ein kostbares Zeitfenster zwischen Krankheit und Tod – eine Zeit, in der Schönheit und Liebe noch in greifbarer Nähe sind.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Zweideutiger Zeitkolorit lässt Ira Sachs (Peter Hujar's Day) melancholische Momentaufnahme zugleich wie ein Einblick in die späten 80ern, in denen die karge Handlung angelegt ist, aussehen und wie ein Film jener Ära. Körnige Kameraszenen, eine leicht gedämpfte Primärfarben und eine ästhetische Haptik, die den physischen Aspekt des Geschehens noch greifbarer macht, verleihen der ungeschliffenen Charakterskizze eine trotzige Lebendigkeit. Diese wird zum bitteren Gegenpol der über jeder der bittersüßen Vignetten aus dem Boheme-Alltag eines New Yorker Bühnenkünstlers hängenden Aura des Todes.

Letzter wird nie direkt benannt, genauso wie die Epidemie, die ihn zur stummen Präsenz in der queeren Clique um den AIDS-krankten Jimmy (exzellent: Rami Malek, The Amateur) macht. In demonstrativer Ablehnung melodramatischer Ausbrüche begnügt sich der episodische Plot mit indirekten Verweisen. Ein Arsenal an Medikamenten, von Antibiotika bis zu alternativer Medizin, die Jimmys fürsorglicher Partner Dennis (Tom Sturridge, The Chronology of Water) für ihn rationiert. Besorgte Warnungen gegenüber seinem jungen Nachbarn Vincent (Luther Ford, Black Dovesder eine riskante Affäre mit Jimmy beginnt. 

Vincents gefährliche Sorglosigkeit erscheint eine milde Variation der selbstzerstörerischen Impulse des impulsiven Performance-Artists. Er probt mit Freunden ein Off-Theaterstück, dessen vorherigen Hauptdarsteller er auf Video-Aufnahmen studiert. Ob sein Vorgänger ebenfalls der Epidemie zum Opfer fiel, bleibt offen, doch die Abwesenheit verlorener Menschen lastet schwer auf der zusammengewürfelten Gemeinschaft. Galgenhumor und tragikomische Augenblicke heben die latente Schwere der melancholischen Vignetten einer instabilen Routine. Jene schwankt zusehends unter der Last Jimmys unaufhaltsam verschlechternder Verfassung und verwirrend unscheinbaren Kollaps. 

Fazit

Zwischen süßer Sehnsucht und bedrückenden Erinnerungen beschwört Ira Sachs kantig Collage die Aura eines schmerzlichen Zerfalls auf physischer, psychischer und kollektiver Ebene. In einer expressiven, erratischen Darstellung vermittelt Rami Malek die Mischung aus verdrängter Angst und rastlosem Lebenshunger. Hin- und hergerissen zwischen Zorn und Zärtlichkeit ist der impulsive Protagonist Relikt und Repräsentationsfigur einer Ära sexueller Abenteuer und erkämpfter Freiheit, die mit den Menschen verschwindet, die sie ausmachten. Ein fragmentarisches Film-Poem, wie die in einer Schlüsselszene angebrochenen Songs. 

Kritik: Lida Bach

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