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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Folgt dem Viertelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 zwischen Argentinien und England und untersucht, wie das Spiel nach dem Falklandkrieg von 1982 zum Höhepunkt der Spannungen zwischen den beiden Nationen wurde.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Etwas von der ideosynkratischen Energie Diego Maradonas, dessen “Hand of God” im  legendären Fußballspiel Argentinien gegen England beim FIFA World Cup 1986 dramatischer Fixpunkt Juan Cabral und Santiago Francos dokumentarischen Monuments ist, durchzieht auch die Inszenierung. Jene stilisiert das titelgebende Sport-Event mit einer Kombination aus technischer Perfektion, Geistesgegenwärtigkeit und Grandiosität zum modernen Mythos: Einer epischen Geschichte von schicksalhafter Vorsehung und befeuert von historischer Gewichtigkeit, erzählt von heldenhaften Männern - und es sind ausschließlich Männer, die auf der Leinwand erscheinen. 

Rückblenden in Form alter TV-Interviews und Radio-Berichte kombinieren mit den gegenwärtigen Erinnerungen der Spieler beider Mannschaften machen die Protagonisten zu Autoren ihrer eigenen Legende. Schwarz-weiß-Aufnahmen und Nahaufnahmen aus Untersicht erheben die alten Kollegen und Konkurrenten zu überlebensgroßen Figuren eines nahezu metaphysischen Moments. Diego Maradonas Regelbruch in der zweiten Spielhälfte besiegelte Argentiniens 2 - 1 Sieg über England. Durch Maradonas eigene Worte im kollektiven Fußball-Gedächtnis kanonisiert als „Hand of God“, bildet die Entscheidungssekunde den strukturellen Fixpunkt der dokumentarischen Chronik. 

Minutiöse photographische und positionelle Rekonstruktion des umstrittenen Tors, dass der tunesische Schiedsrichter durchgehen ließ, bestätigt das bereits Bekannte. Damit kontrastiert die flüchtige Untersuchung des zeitpolitischen Kontexts der Entscheidung und öffentlichen Reaktion. Eine prologartige Rekapitulation Englands und Argentiniens vier Jahre zuvor im Falkland-Krieg kulminierter Konflikt-Beziehung verleiht dem Sport-Event eine weltpolitische Dimension. Deren analytische Ausarbeitung verliert sich in Ansätzen. Mit seinem monumentalen Rahmen und martialischen Pathos ist die dokumentarische Sport-Saga selbst Teil des geschichtlichen Narratives, das sie umkreist.

Fazit

Interviews mit den Beteiligten, Fernseh-Berichte, Radio-Aufnahme, Stadion-Kommentare, Familienfotos und animierte Ansichtsmodelle macht Juan Cabral und Santiago Francos definierende Dokumentation zum visuell und dramaturgisch dynamischen Kinoerlebnis. Dessen straffe Struktur in symbolträchtiger Spielzeit-Länge untermauert eine gravitätische Geschichtlichkeit, die an die Schlüsselrolle von Sport in Politik und Propaganda anknüpft. Konstruktion moderner Heldenmärchen, mediale Konservierung und Kommodifikation von Erinnerungen, mystifizierter Machismo, exklusive Männerbünde, der Gedanke, einflussreiche Männerfiguren stünden über etablierten Regelwerken: all diese Motive werden reproduziert, doch nie reflektiert. 

Kritik: Lida Bach

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