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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Zwei Freunde, die sich seit zehn Jahren aus den Augen verloren haben, wandern gemeinsam 600 Kilometer durch die schottischen Highlands. Der West Highland Way, dann der Cape Wrath Trail. Dreißig Tage. Zwei Rücksäcke. Und die Stille, die sie irgendwann zwingt, ehrlich zu sein – mit dem anderen und mit sich selbst.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Drei Jahre nachdem in Human Nature eine Protagonistin auf einem Solo-Trek 500 Kilometer durch die entlegensten und prächtigsten Naturecken Norwegens laufen ließ, setzt der niederländische Regisseur noch einen drauf. In seinem jüngsten Wanderfilm geht es 600 Kilometer durch die schottischen Highlands, diesmal für zwei alte Jugendfreunde, die einander seit Jahren nicht gesehen haben und jeder eigene Probleme im Gepäck tragen. Zwischen Selbstfindungs-Story, Freundschaftsdrama und Naturepos windet sich der Handlungsweg eines meditativen Road Movies über kameradschaftliche und körperliche Herausforderungen. 

Die imposante Naturkulisse grüner Hochebenen und schier endlosen Himmels ist zugleich Hintergrund und heimlicher Hauptcharakter der wechselhaften Wanderung, die Chris ( Die Schlacht um die Schelde) und Lluis (Carlos Pulido) nach zehn Jahren wieder zusammenführt. Der genaue Grund ihrer ausgedehnten Freundschaftspause bleibt so vage wie das Privatleben der Protagonisten. Deren gegensätzliches Temperament zeigt sich dennoch in den Arbeitsanrufen, die den Niederländer Chris in einen scheinbar getakteten Berufsalltag zurückrufen. Der lateinamerikanische Louis hingegen wagt sich nach einer einschneidenden Gesundheitskrise an eine Neuausrichtung seines ziellosen Lebens. Raue Wetterlagen indizieren unterschwellige Spannungen. 

Während Chris begeistert das Gefühl von Freiheit aufsaugt, scheint die Tour für Lluis ein Akt der Selbstbezwingung. Je mehr Strecke das ungleiche Duo zurücklegt, desto klarer wird die zwischen ihnen entstandene emotionale Distanz. Deren Ursprung lässt die minimale dramaturgische Entwicklung im Dunkeln. Verbal und inhaltlich auf das Notwendige reduzierte Dialoge geben kaum Einblicke in die Psyche der Freunde, neben denen nur eine Handvoll skizzenhafter Personen auftauchen. Die wildromantische Weite der Umgebung bildet einen sinnlichen Kontrast zur reduzierten psychologischen Tiefe eines mäandernden Männer-Melodramas ohne narrativen Zielpunkt. 

Fazit

Vor der majestätischen Monumentalität der schottischen Küstenlandschaft schleppt sich Bart Schrijvers schwelgerische Sinnsuche dahin, ohne ihre prototypischen Helden oder spärliche Story zu entwickeln. Lange Kamera-Einstellungen beobachten aus der Ferne die menschlichen Figuren, die vor der landschaftlichen Weite sinnbildhaft schrumpfen. Diese Relativierung persönlicher Probleme definiert mit ihrer impliziten Voraussetzung entsprechender Privilegien indirekt die Zielgruppe. Physische Erschöpfung und mentale Krisen durchbrechen abrupt die stoische Stimmung, ohne maßgebliche Wendepunkte herbeizuführen. Das kompetente Schauspiel kommt den unzugänglichen Charakteren kaum näher. So beeindrucken lediglich die Landschaften des prätentiösen Travelogues. 

Kritik: Lida Bach

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