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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Layal betreibt in Jemen eine Tankstelle nur für Frauen – einen der wenigen Zufluchtsorte in einem vom Krieg zerrütteten Land. Dort gelten einfache Regeln: keine Männer, keine Waffen, keine Politik. Als Layals jüngerer Bruder zum Militärdienst eingezogen werden soll, versöhnt sie sich mit ihrer entfremdeten Schwester, um das einzige Leben zu retten, das sie noch retten können.

Kritik

Unten der glattpolierten Hochglanz-Bildern ist  s ambitioniertes Spielfilm-Debüt geprägt von den dramaturgischen und inszenatorischen Widersprüchen einer Produktion, deren lange Entstehungsphase von der ursprünglichen Intention wenig übrig gelassen hat. Die Handlung inspirierte ein realer Ort wie die von einer Frau für Frauen geführte titelgebende Tankstelle im ländlichen Yemen. Doch deren filmisches Pendant kann nie die artifizielle Atmosphäre eines Studio-Sets abschütteln. Geplant als Doku, hat das Szenario die perfekt ausgeleuchtete Ästhetik eines Postkarten-Panoramas und den didaktischen Tenor eines Message-Movies. 

„Kein Männer, keine Waffen, keine Politik“, verkündet die Prämisse, und doch geht es um nichts anderes. Die junge Layla (Manal Al-Mulaiki) bietet den Frauen der Umgebung mit ihrer Tankstelle eine kleine Oase, deren Mauern der Krieg scheinbar nicht durchdringt. Am Eingang jedoch weisen die Rekrutierungsposter mit den kindlich anmutenden Märtyrer-Bildern auf das Schicksal, das ihrem kleinen Bruder Laith (Raschad Khaled) droht. Als Teenager ist er alt genug für den Armeedienst, von dem die meisten nur tot oder traumatisiert zurückkehren. 

Einzige Hoffnung der entschlossenen Protagonistin ist ihre entfremdete Schwester, die zugleich Verkörperung weiblichen Zusammenhalts und ideologischer Konflikte ist. Das Motiv weiblichen Fundamentalismus ist indes nicht das einzige interessante Element, das nur oberflächlich berührt wird. Die Doppelfunktion der Charaktere als Personifikationen sozialer Situationen und Konzepte hemmt die psychologische Entwicklung. In ähnlicher Weise mindern die parabolischen Untertöne Spannung und Dramatik der idealistischen Geschichte. Deren authentische Aspekte erstickt die Aura eines mainstream-konformen Märchens, das echte Eindrücke zugunsten einer stilistischen Konformismus unterdrückt.

Fazit

Das überwiegend mit Laien besetzte Ensemble und dekorative Details setzen in Sara Ishaqs idealistischem Debüt-Drama Akzente einer Authentizität, die Plot und Inszenierung vermissen lassen. Die sonnige Optik und zu akkurat arrangierte Szenarien geben dem Geschehen eine kulissenhafte Künstlichkeit. In dem von patriarchalischer Unterdrückung geprägten Szenario erscheinen dennoch männliche Charaktere als wahre Leidtragende, für die Frauen alles riskieren. Der Fokus auf die Beziehungen der Frauenfiguren relativiert dies nur bedingt. Perfekte Assimilation an konventionelle Narrative und Optik untergräbt das politische Potenzial. 

Kritik: Lida Bach

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