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Unter der Regie des preisgekrönten Filmemachers Tom McCarthy ist "Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie" von Disney+ entstanden: Der allerbeste verdeckte Ermittler der Welt", das auf dem Bestseller „Mistakes Were Made“ basiert, folgt den urkomischen Heldentaten unseres schrulligen, unbeweglichen Helden Timmy Flop, der zusammen mit seinem 1.500 Pfund schweren Polarbärenpartner Super die Detektei Super Flop Inc. in Portland betreibt. Als Kauz aus der Grundschule muss der ahnungslose, aber selbstbewusste Timmy (Winslow Fegley) die Welt der Erwachsenen um sich herum navigieren, einschließlich die, seiner überlasteten Mutter (Ophelia Lovibond), ihres wohlmeinenden Freundes (Kyle Bornheimer), seines Lehrers und Erzfeindes (Wallace Shawn) und des Schulberaters (Craig Robinson), all´ das, um der beste Detektiv der Welt zu werden.

  • W780
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Kritik

Es mag verwundern, dass Autor und Regisseur , der für Spotlight mit dem Drehbuch-Oscar prämiert wurde, nach seinem Journalistendrama für Disney und deren Streamingdienst ein Kinderbuch verfilmt, doch genau wie in allen vorherigen Filmen von McCarthy steht auch bei Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie das Menschliche im Vordergrund. McCarthy erzählt gerne und vor allem gut von Menschen, die sich mit einer Veränderung konfrontiert sehen und einen Kampf gegen eine Übermacht oder ein System ausfechten müssen, um (wieder) zu sich selbst zu finden und das Richtige zu tun. Bei Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie ist dies nicht anders.

McCarthy erzählt Timmys ersten Fall kurzweilig. Der Filmemacher setzt dabei Timmys Sicht auf die Welt als Selbstverständlichkeit in Szene. Für den Grundschüler ist der imaginäre Polarbär super halt alltäglich. Das Schöne: Wo andere wahrscheinlich diese tagträumerischen Element exzessiv eingesetzt hätten, findet McCarthy hier eine gute Dosierung. Es verleiht der Geschichte den nötigen Pfiff, verkommt aber niemals zur inflationären Nummernrevue. Amüsant ist es außerdem auch oft genug und auch wenn Super sichtbar aus dem Computer stammt, seine Knuddeligkeit ist unbestreitbar.

Unbestreitbar ist wohl auch, dass McCarthy es hier geschafft hat Stilmittel, etwa das Voice Over des Helden und seine kalkulierende sowie paranoide Art, des Film Noir in einen komödiantischen Kinderkriminalfilm zu übertragen. So ist Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie nicht nur für Zuschauer unterhalb des Pubertätsäquators ein wirklich schöner Zeitvertreib, sondern auch für ein älteres Publikum, die wohl recht schnell erkennen werden, für was der imaginäre Eisbär eigentlich steht. Keine Sorge, wer nicht darauf kommt, erhält die Antwort im Laufe des Filmes.

Nicht unerwähnt darf Hauptdarsteller (Girls Night Out) bleiben. Seine Darstellung der Titelfigur ist wunderbar, weil diese nie darauf abzielt ihn als Unschuldslamm und niedlichen Zuckerdrops zu stigmatisieren. Ganz im Gegenteil. Immer wieder erlaubt sich der Film Timmy als antisozialen, narzisstischen und manchmal gerade zu widerliche Unsympath zu zeigen. Der Empathiefaden reißt dadurch nicht, es vertieft die Figur aber ungemein und macht ihn trotz aller Imagination und Schrulligkeit innerhalb des Narrativ authentisch und somit weitaus liebenswerter, als andere Kinder in Filmen und Serien, die einzig und alleine dafür da sind süß zu sein.

Mit all diesen Qualitäten ist Disney ein wirklich liebenswerter, erinnerungswürdiger und durchaus erweiterbarer Film für ihren Streamingdienst gelungen. Nach der Sichtung von Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie kommt nämlich durchaus Interesse auf, noch weitere Abenteuer des jungen Kriminalisten zu sehen. Durch seine Eigenheiten hätte es der Film im Kino wahrscheinlich schwer, von daher dürfte Disney+ genau die richtige Heimat für den filmischen Flop sein.

Fazit

Charmant, liebenswert und mit genügend Eigenheiten ausgestattet, um sich von anderen Kinder-Detektiven abzuheben. Es wäre so schön gewesen, die Qualität des Films mit seinem Titel gleichzusetzen, aber "Timmy Flop: Versagen auf ganzer Linie" ist ziemlich gut.

Autor: Sebastian Groß

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