{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org
Dmgcm5fd55sepav8lmqqms78pd5

Inhalt

Nachdem sie während des Krieges im Osten der Ukraine (2015) Schreckliches durchlebt haben, kehren drei junge ukrainische Kriegsveteranen nach Hause zurück – gestärkt, aber auch gezeichnet von Narben. Sie versuchen, ihren Platz in dieser alten und doch neuen Realität zu finden und ihre privaten Kriege zu gewinnen.

  • Ers6geqauwnbtxyyl7xsbnv18kj
  • Dbclt3gfjhamedj1eef4rsn7zxw
  • R23xa85ra33yqsfv3gwa0qrya5z
Quelle: themoviedb.org

Kritik

„To go through war without consequences is impossible.“, sagt einer der ukrainischen Soldaten, die Yuliia Hontaruk nach dem Einsatz an der Front begleitet. Einer von ihnen ist Aleksey, der wie viele seiner Kameraden mit der Reintegration in einen bürgerlichen Alltag hadert. „To understand why you got to live while someone else died - that‘s hard.“, erklärt der Vater eines kleinen Sohnes, den aus dem scheinbar idyllischen Familienalltag zu militärischen Aktivitäten zieht. Doch diese psychologischen Prozesse und die verdrängten Traumata interessieren die Regisseurin nur oberflächlich.

Ihr eigentlicher Fokus gilt den archaischen Männerbunden, martialischen Ritualen und der mentalen Fixierung auf den Tod, sowohl den erlebten von Mitkämpfern als auch den möglichen eigenen. Die faszinierte Stilisierung dieser institutionellen und ideologischen Konstrukte impliziert bereist die einleitende Texttafel: „After the Russian missile attack Mariupol, 10th February 2015, the “Azov” volunteer regime attempted the Shyrokyne offensive. Despite heavy losses they pushed the Russians back. Noone who participated in that Battle was ever the same again.“

Wiederholt betont Hontaruk das altbekannte Axiom, dessen reale Bedeutung ihre Langzeit-Reportage greifbar machen will. Doch welche Konsequenzen dabei in den Vordergrund treten wird ebenso zum Schlüsselelement wie die damit verbundenen ideologischen Faktoren. Die russische Invasion 2014 markiert den Anfangspunkt der zwölfjährigen Observation, die den Krieg als Dauerzustand und Grundlage eines neuen Lebensmodells etabliert. „If what’s happening in Donetsk and Luhansk won‘t be stopped, it will spread like a plague across all of Ukraine and there will be nowhere left it hide.“

Die prophetischen Worte eines jungen Freiwilligen zementieren die alternativlose Notwendigkeit militärischer Mobilisierung, deren Verstrickung mit Nationalismus und patriarchalisch-patriotischer Propaganda die strategische Inszenierung beiläufig legitimiert. Grauen und Gewalt der russischen Angriffe sowie atemlose Anspannung des ukrainischen Fronteinsatzes brechen immer wieder unvermittelt in den zivilen Alltag. Jene verstörenden Szenen lassen das Kinopublikum nicht zur Ruhe kommen wie die Protagonisten und schaffen eine Atmosphäre ständiger Bedrohung. Die Metal Song, die Aleksey auf den Einsatz einstimmt, wirkt da wie ein tröstliches Versprechen: „I‘m going to fight to the death“

Fazit

Wenn der Familienvater und Soldat im Zentrum Yuliia Hontaruks militärischen Manifests seine Kriegserfahrungen als etwas beschreibt, das ihn das Leben voll auskosten lässt, bündelt sich darin die ideologische Zwiespältigkeit der dokumentarischen Langzeit-Studie. Knapp zwölf Jahre begleitet die subjektive Kamera gleich eines unsichtbaren Kameraden drei ukrainische Freiwillige beim Kampf gegen die russischen Aggressoren, der sich nach der Heimkehr fortsetzt. Mit der zum heroischen Männerkosmos stilisierten Soldatengemeinschaft verschmelzen die Charaktere zu Symbolfiguren. Der stets greifbare Tod erscheint als ideale Abschluss eines gelebten Heldenmythos, der Trauma mechanisch abschüttelt.

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×