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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Erwähnungen

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Diane hegt für Männer sowohl Hass als auch Begehren. Ihre Mutter wurde drei Jahre vor Dianes Geburt vergewaltigt. Als Diane davon erfährt, sinnt sie auf Rache, während ihre Mutter als sie selbst nach vorne blicken möchte. Es entbrennt ein Konflikt zwischen Erinnern und Vergessen.

Kritik

Generationsübergreifendes Trauma, das sich auf der Leinwand als ein eigenes Subgenre des zeitgenössischen Dramas etabliert, beschreiben Ann Sirot und Raphaël Balboni (The (Ex)Perience of Love) in ihrem Regie-Kommentar als Mittel „der Missionen, die wir unbewusst den Kindern, die wir in die Welt setzen, anvertrauen, um weiterzukommen“, und vermittele sich „durch die Stille von Heimlichkeit, die Ehrlichkeit in all unseren Beziehungen korrumpiert.“ Was hochkompliziert klingt, übersetzt die Handlung ihres intimen Familiendramas in einen schmerzlichen Konflikt um den Umgang mit Traumata und die Grenze zwischen eigenem und gemeinsamen Schmerz.

Zwiespältig ist bereits das Ausgangsszenario in seinen pathologischen Implikationen. Die junge Titelfigur (erneut verkörpert von Ninon Borsei, Life's a Bitch) will sich auf ihre männlichen Partner nur für One-Night-Stands einlassen. Diese Abneigung fester Bindungen wird latent als pathologisches Symptom interpretiert. In ihrem Fall von vererbter Traumatisierung durch die von ihrer Mutter (differenziert: Sandrine BlanckeA man of His Time) als junge Frau erlittene Vergewaltigung. Als Diane davon erfährt, scheint ihre Mutter nicht wirklich bereit, das lange gehütete Geheimnis zu teilen, das ihre Tochter nun auch als „ihr“ Geheimnis ansieht. Diane will Rache - an allen Männer. 

Auch die lesbische Beziehung ihrer Mutter scheint ein dem Trauma entsprungenes Fluchtmodell. Wer traditionelle Partnerschaftsmodelle ablehnt, erscheint als in irgendeiner Form psychisch beeinträchtigt. Doch der hier augenscheinlich angeborene Drang zur dauerhaften Zweierbeziehung überwindet selbst die stärksten Widerstände. Diane beginnt mit ihrer neusten Männer-Bekanntschaft eine feste Beziehung, um an ihm stellvertretend Rache zu üben. Doch echte Zuneigung vereitelt ihr Vorhaben. Unterdessen will ihre Mutter  das Erlebte endlich hinter sich lassen, doch ohne große Aussprache  erscheint selbst das nicht legitim.

Fazit

Den überkonstruierten Beziehungskonflikt Ann Sirot und Raphaël Balboni ambivalenten Dramas untergräbt ein konformistisches Konzept psychologischer und sozialer Grundsätze. Trauma erscheint als einheitliches Symptom, das entsprechendes (Be)Handeln erfordert. Erlebnisse nicht zu teilen gilt als potenziell pathologisch. Aussprache wird zur Pflichtveranstaltung, die alle Probleme abrupt behebt. Derlei normative Narrative untergraben die zwischenmenschliche Dramatik und eine objektive Auseinandersetzung mit den angerissenen Fragen nach der unscharfen Grenze familiärer und individueller Konflikte. Fiona Braillons kühle Kameraaufnahmen und das diesige Naturlicht geben der Highbrow Soap den angestrebten Independent-Look.  

Kritik: Lida Bach

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