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IMDb-ID
tt0133093
TMDB-ID
TMDB: 603
Movie-ID
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Startdatum
Start: 21.09.2026 oder Start: 2026
Dauer
Dauer: 120 (Minuten)
Regie
Regie: Nolan
Drehbuch
Drehbuch: Nolan
Cast
Cast: Reeves

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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Die scheinbar gefestigte Beziehung von Erika und Mauro gerät ins Wanken, als ihre Tochter zum Studium auszieht und sich ein Gefühl der Leere breitmacht. In einem stillen Ringen um die eigene Selbstfindung stellen sie sich unbewältigten Verletzungen und vergessenen Träumen.

Kritik

Routine ist das ambivalente Momentum Anna Fogliettas (Colpi di Fulmine) nüchterner Beziehungsstudie, bei der die französische Darstellerin zum ersten Mal als Regisseurin hinter die Kamera wechselt. Die Romantik in der gewöhnlichen Ehe im Zentrum der unprätentiösen Story hat der Alltagstrott einer heteronormativen Kernfamilie längst abgetötet. Dafür jedoch stabilisiert sie Erikas (gewohnt grandios: Alba Rohrwacher, A Good Little Soldier) und Mauros (Guido Caprino, In the Hand of Dante) Partnerschaft, die in dem Moment zu zerbrechen droht, als der Auszug der erwachsenen Tochter Irene beider gewohnten Alltag dauerhaft aus der Bahn wirft. 

Die Abwesenheit des einzigen Kindes (Ksenia Borzak), das längst keines mehr ist, offenbart die gähnende Leere dort, wo früher einmal die Gefühle der Kassiererin und des Bauarbeiters. Mit sichtbarem Stolz begleiteten sie Irene zur Universität, in deren weiten Fluren und stillen Hallen Andrea Benjamin Manentis Kamera ein Echo ihrer emotionalen Leere findet. „Wir haben uns verändert.“, stellt Erika fest und benennt damit das diffizile Kernmotiv des konzentriert sezierten Konflikts. Jahrelang haben beide nebeneinander her gelebt. 

Nun konfrontiert sie Sinnlosigkeit dieses Arrangements mit der Frage, ob sie den Rest ihres Lebens in der gleichen geteilten Einsamkeit verbringen wollen, oder alleine einen Neuanfang starten. In ihrem mit Tania Pedroni und Matteo Ferri verfassten Drehbuch schlägt die Regisseurin eine dritte Option vor, die an der realistischen Grundstruktur sägt. Ein gemeinsamer Neubeginn mit dem gleichsam vertrauten und fremden Menschen, der ihr gegenüber geworden ist. Psychologisch und dramaturgisch wird diese emotionale Erkundung zur ständigen Herausforderung, die Distanz in trügerischer Näher auslotet.

Fazit

Im Rhythmus der Jahreszeiten, die den unscheinbaren Plot Anna Fogliettas einfühlsamen Ehedramas in Kapitel unterteilen, untersuchen die alltäglichen Szenen architektonische Strukturen als psychische Topographie. Individuelle Abwesenheit markiert das Defizit an Gefühlen, die erst selbstverständlich und dann verzichtbar geworden sind. Nicht-Präsenz prägt auch die Inszenierung, deren formale Schlichtheit und dramaturgische Verknappung auch die Geduld des Publikums strapazieren. Matte Farben und fahles Naturlicht unterstreichen die gedrückte Stimmung der psychologischen Vignetten.  Nuanciertes Schauspiel bewahrt deren titelgebende Gewöhnlichkeit gänzlich ins Banale zu kippen. 

Kritik: Lida Bach

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