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Raimunda dreht gleich durch: Während vorne in ihrem Restaurant ein äußerst lebhaftes Filmteam eine ziemlich lautstarke Party feiert, lagert hinten in der Kühltruhe des Vorratsraumes ein äußerst lebloser und ziemlich schweigsamer Männerkörper: Der muss dringend da weg! Aber wie? Große Not mobilisiert Frauensolidarität und allerhand kriminelle Energie: Und so formiert sich spontan ein weibliches Leichenräumkommando, bestehend aus Raimunda, ihrer 15-jährigen Tochter Paula, einer hilfsbereiten Hure von nebenan und einiger weiterer freundlicher Nachbarinnen. Der Kadaver ist bald fort, aber die Probleme - Santa Maria!
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Böse gemeint ließe sich argumentieren, nichts Neues im Hause Pedro Almodóvar (Die Haut in der ich wohne). Auch in seinem 16. Kinofilm behandelt der - für seine Verhältnisse – fast milde gestimmte Exzentriker den von ihm gewohnten Themenkomplex. Starke Frauen, die sich in Rollen am sozialen Rande bewegen müssen; komplexbeladene Beziehungen zu Müttern; Mord, Schwindel und Missbrauch. Alles angereichert mit leicht spöttischem Humor und trotz der eigentlichen zu vermutenden Schwere sehr lebensbejahend und beschwingt, ohne die emotionale Tragweite zu bagatellisieren oder irgendetwas davon nicht mit dem notwendigen Ernst zu behandeln.

Es ist aber auch eine der großen Stärken des Filmemachers Almodóvar, trotz dieser immer wiederkehrenden, inhaltlichen Konstanten nicht zu stagnieren oder redundant zu wirken. Ihm gelingt wiederholt das Kunststück, die beinah schon vorausgesetzten Komponenten anderweitig zu verwenden, so dass daraus erneut eine lebendige, eigenständige Handlung entsprießt, die nicht abgedroschen oder repetitiv erscheint. Als Geschichtenerzähler ist Almodóvar absolute Weltklasse, das reine Regiehandwerk hat er konstant auf ein ähnlich hohes Niveau angehoben. Was Volver – Zurückkehren auszeichnet, ist das er seinen Plot nie wirklich vorhersehbar gestaltet, ohne auf einen großen Aha-Effekt zu geiern. Er entwickelt sich einfach so organisch und selbstverständlich, dass er nicht den üblichen Regeln eines Drehbuch-Baukasten entspringt. Was im Genrekino kein Problem ist, wäre bei so einem Film fatal. Die Gefahr ist theoretisch bei jedem neuen Almodóvar aufgrund der stichworthaften Deckungsgleichheit gegeben, er straft die Zweifler aber jedes Mal bravourös Lügen.

Wie geschickt und geduldig Almodóvar seine Erzählung aufbaut ist inzwischen erstaunlich hochklassige Routine geworden. Wer diesem Weg chronologisch folgte ist von diesem Fakt nicht mehr überrascht, dafür immer noch beeindruckt. Die persönliche Entwicklung des Regisseurs ist schier famos. Dabei ist Volver – Zurückkehren längst nicht sein bester Film. Sogar „der Schwächste“ seit 1999 (Alles über meine Mutter, Sprich mit ihr – Hable con ella, La mala educación – Schlechte Erziehung), was auf dem Niveau aber kaum erwähnenswert sein muss. Bei Hitchcock folgte auch nicht Meisterwerk auf Meisterwerk, die meisten Arbeiten waren schlicht sehr gute Filme. Mit deutlich mehr Ausschlägen nach ganz oben und kaum Ausreißern unter eine immer noch überdurchschnittliche Basis, für die andere töten würden. Diese schöne, emphatisch erzählte Geschichte über ein eigentlich ziemlich tragisches Thema geht dem „neuen“ Meister selbstverständlich in einer kaum zu kopierenden Art und Weise von der Hand: Allein diese souveräne Leichtigkeit ist außergewöhnlich. Dazu mit einem Gipfeltreffen seiner Musen: Die vorher unverzichtbare Carmen Maura feiert 18 Jahre (!) nach Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs ein brillantes Almodóvar-Comeback und übergibt offiziell den Staffelstab an Penélope Cruz (Zerrissene Umarmung). Generation prallen nicht aufeinander, sondern umarmen sich.

Fazit

Pedro Almodóvar erfindet sich nicht neu, aber variiert sich erneut interessant und hochwertig. Mit einem wunderbaren Ensemble und enorm viel Herz vorgetragen. Geschickt erzählt und mit einer sehr emotionalen Pointe, die Hollywood-Kitsch ganz elegant zeigt, wie man deren kalkulierte Rührseligkeit noch viel hilfloser aussehen lässt.

Autor: Jacko Kunze

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