{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Eines Nachts auf Sansibar in den letzten Jahren der britischen Kolonialzeit. Denge, ein junger afrikanisch-sansibarischer Freiheitskämpfer trifft auf Yasmin, eine junge indisch-sansibarische Frau, die vor ihrer Zwangsehe geflohen ist und ihre eigene Freiheit sucht. Leidenschaft und Revolution eskalieren.

Kritik

Ja, es liegt auch etwas Anstrengendes in der bewussten Langsamkeit, der rhythmischen Repetition und stilisierten Symbolik Amil Shivjis zweiten Spielfilms. Dessen introspektive Inszenierung und historische Hintergründigkeit wirken in ihrem minimalistischen filmischen Rahmen umso mehr wie ein Gegenpol, um nicht zu sagen: Gegengift zu thematisch verwandten Werken, geschaffen von und für ein kontemporär-kolonialistisches Publikum. Jenes spiegelt indirekt der koloniale Klüngel britischer Besatzer im Zanzibar der 50er Jahre, in dem Vorbeben der Revolution die uneinheitliche Bevölkerung erschüttern. 

Die beständige Wiederholung der austauschbaren Bilder einer eine endlose Cocktailparty feiernden Monarchie macht deren Handlanger zu Personifikationen einer ideologischen und intellektuellen Immobilität, die den Widerstand in der Bevölkerung erst registriert, als er die Tanzkapelle unterbricht. Musik und die Frage, wann sie für wen gespielt wird, ist ein essenzielles Erzählmittel der intuitiven Romanze des sozialistischen Revolutionärs Denge (Gudrun Columbus Mwanyika) und der einer Zwangsheirat entflohenen Yasmin (Ikhlas Gafur Vora): einer symbolträchtigen Vereinigung demographischer und sozialer Spaltung. 

Die oberflächliche Simplizität dieses Gleichnisses tuscht indes nie hinweg über die Tiefe der politischen Parabel, die individuelle Freiheit als unverzichtbare Grundlage nationaler Selbstbehauptung etabliert wird. Der stilistische Bruch zwischen dem elliptischen Auftakt und dem offenen Schlusskapitel ist nur eine der formalistischen Allegorien der inneren Brüche einer Gesellschaft, die keineswegs so geeint ist, wie es der fixierte Denge gerne hätte. Die subtilen perspektivischen Verschiebungen unterstreichen, dass dies nicht seine Geschichte ist, sondern die einer nationalen Identitätssuche. 

Fazit

Als eine der wenigen Produktionen, die es über die Landesgrenzen hinausschaffen, setzt Amil Shivjis sensible Adaption Adam Shafis gleichnamigen Romans einen markanten Kontrastpunkt zu dem gerade für eine europäische Zuschauerschaft formativen Blick von. Außen. Mäandernd zwischen bitter-süßem Liebesdrama und historischer Rekapitulation vermittelt die melancholische Momentaufnahme neben dem kriegerischen Konflikt auch die emotionale Zerrissenheit einer Epoche zwischen Desillusionierung und Hoffnung, Aufbegehren und Assimilation. Nuanciert gespielt und voll ausgefeilter Szenengemälde, besticht das parabolische Paar-Porträt gerade durch seine Unebenheiten. 

Kritik: Lida Bach

Wird geladen...

×