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Quelle: themoviedb.org

Inhalt

Nichts beeindruckt uns unmittelbarer als geschichtliche Ereignisse, die sich vor unseren Augen zutragen. In dem dokumentarisch ausgerichteten Film "We Steal Secrets: Die Wikileaks Geschichte" präsentiert der Oscar-preisgekrönte Regisseur Alex Gibney viele bisher unveröffentlichte Materialien, führt Interviews mit zahlreichen Beteiligten und berichtet minutiös, wie Julian Assanges umstrittene Website entstand, durch die es zum größten Geheimnisverrat in der amerikanischen Geschichte kam. Der geheimnisumwitterte Assange wird einerseits als Held der freien Meinungsäußerung gefeiert, andererseits als Verräter und Terrorist verdammt - sein Aufstieg und Fall findet eine Entsprechung in dem Gefreiten Bradley Manning, einem intelligenten, besorgten jungen Soldaten, der Hunderttausende Geheimdokumente von amerikanischen Militär- und Diplomatenservern zugänglich machte und so das internationale strategische Räderwerk der US-Diplomaten und Militärs offenbarte. Es ging Assange und Manning darum, den Missbrauch der Macht offenzulegen. Zu Fall kamen sie durch Kräfte innerhalb und außerhalb ihres Systems, aber auch durch ihre eigenen menschlichen Schwächen. "We Steal Secrets: Die Wikileaks Geschichte" ist die mitreißende, vielschichtige Story der Transparenz im Informationszeitalter und unserer stets vergeblichen Suche nach der Wahrheit.

Kritik

Juni 2013: Wenn man strandet, gibt es sicherlich schlechtere Orte auf der Welt als die ecuadorianische Botschaft in London. Hübsches Mobiliar, spannende Gesprächspartner und eine konstante Internetverbindung gehören zum gehobenen Standard. Dennoch dürfte Julian Assange, Mitbegründer der Enthüllungsplattform „WikiLeaks“, dann und wann doch mal die Decke auf den Kopf fallen. Spaziergänge sind seit Monaten tabu, zur Ablenkung bleibt der gute alte DVD-Player. Obwohl… im Falle des Australiers wohl doch eher der illegale Download. Die Dokumentation „We Steal Secrets“ dürfte es mit Sicherheit auf den Schirm des Asylanten schaffen – immerhin reflektiert sie die Geschehnisse um Julian Assange selbst, seine Wikileaks-Bewegung und den bis dato größten und bedeutendsten Datenklau des Informationszeitalters. Für eine Leinwanddokumentation ist „We Steal Secrets“ mit seinen 130 Minuten relativ lang geraten. Der Grund ist die Absicht, zwei Parallel zueinander verlaufende Geschichten gleichsam zu beleuchten. Auf der einen Seite folgen wir den Spuren Julian Assanges, auf der anderen dem Schicksal des Soldaten Bradley Manning. Letzterer infiltrierte das Netzwerk der US-Army und förderte abertausend brisante Dokumente an die Öffentlichkeit. Da Assange und seine Schritte schon vor seiner Flucht in die besagte Botschaft medial ausgeschlachtet wurden, zieht Regisseur Alex Gibney die emotionalsten und spannendsten Momente auch aus Chatprotokollen des derzeit inhaftierten Manning. Die getippten Gespräche zwischen dem stets am Rande des Nervenzusammenbruchs stehendem Jungsoldaten und berühmten Hacker Adrian Lamo, ziehen sich mit großer Wucht durch den gesamten Film. Gehackte Bilder von unschuldig erschossenen Zivilisten im Irak (wir erinnern uns) und feixenden US-Soldaten wissen abermals zu schocken, während Archivaufnahmen von Assange kalt abgespult werden. So fährt „We Steal Secrets“ zweigleisig, mischt einen chronologischen Aufguss von Nachrichtenbildern mit intimstem Material um den desillusionierten Manning. Dessen niedergeschriebene Wahrheiten sorgen vor schwarzem Hintergrund für die Bindung zum Zuschauer und retten die Dokumentation vor totaler Kälte. Denn: Wer in den letzten drei Jahren aufmerksam Nachrichten geschaut/gelesen hat, dem bietet der Film kaum Input zum Thema Wikileaks, geschweige denn zu dessen Führer Assange. Die ersten Erfolge der Gruppe in Island, die mediale Präsenz nach dem Leak und die Anklage wegen sexueller Vergehen sind unlängst bekannt und bis auf weiteres kaputt-debattiert. Hätte man also Posterboy Assange auf ein Minimum reduziert, bliebe ein feinfühliger Fokus auf den im Kriegsgebiet deplatziert scheinenden Bradley Manning. Manning der Whistleblower, der Verräter und Held gleichermaßen. Interviews mit dessen Vorgesetzten liefern größere Erkenntnisse als die des wenig zu Wort kommenden deutschen „Wikileaks“-Aktivisten Daniel Domscheit-Berg. Weitere Gesprächspartner sind mitunter der ehemalige CIA-Direktor Michael V. Hayden und eben der Hacker Adrian Lamo. Die geführten Gespräche sind teils aufwühlend, teils durch Floskeln aufgeweicht.

Fazit

„We Steal Secrets: The Story of WikiLeaks“ legt den Fokus nicht nur auf die Aktivistengruppe um Julian Assange, sondern beleuchtet ebenfalls den schicksalshaft mit der Gruppe verknüpften Weg des Bradley Manning und dessen Arbeit gegen die eigene Regierung. Im Gegensatz zur eher unterkühlten Collage um den Werdegang der Aktivisten, liefert Mannings Geschichte die dringend benötigen Emotionen und Bekenntnisse in der mit knapp über zwei Stunden auch noch etwas zu ausufernden Dokumentation.

Kritik: d kr

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