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Kritik
Spätestens nach den ersten Trailern zum kommenden Sci-Fi-Projekt von Horror-Regisseur Jonathan Liebesman war der Hype unglaublich groß. Riesige Alien-Massen vernichten Los Angeles, während eine Gruppe Soldaten zusammen mit Zivilisten die Flucht antritt. Dies gepaart mit den Effekten und der Musik war ein Hochgenuss. Ein Kinohighlight des Jahres schien geboren. Umso schlimmer wirkt nun das Ergebnis. Denn was Liebesman mit Drehbuchautor Christopher Bertolini auf die Leinwand gebracht hat, ist ein trashiges Invasions-Spektakel, welches vielleicht gut aussieht, doch was zählt sind eben auch die inneren Werte. Und genau hier scheitert Liebesman auf allen Ebenen. Sei es die 0815-Story, die nur durch einen kleinen Überlebenspart mit Zivilisten punkten kann oder die komplett fehlende Charaktertiefe, welche eine emotionale Bindung an den Kampf von vornherein unterbindet. Was bleibt ist ein fader Aufguss bekannter Motive (Black Hawk Down, Independence Day, Aliens, District 9) sowie eine klischeehafte Präsentation, welche stets von militaristischen gehabe torpediert wird.
Während ein Independence Day 1996 vollkommen überzogen sowie selbstironisch daherkam und ein militaristisches Starship Troopers sogar auf tiefschwarze Satire setzte, versucht Liebesman bei seiner Alien-Invasion mit einem realistischen Anspruch zu überzeugen. Doch ohne emotionale Bindung an die Figuren, ist dies von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Zwar versucht Liebesman jedem der Soldaten zu Beginn einen kleinen Anstrich zu verpassen, doch mehr als billige Stereotypen kommt hierbei nicht heraus. So ist Staff-Sergeant Nantz der vom Krieg gezeichnete heroische Held, welcher kurz vor seiner Pension noch einmal zeigen kann, was in ihm steckt. Hinzukommt der aufgesetzte Konflikt zwischen ihm und seinem neuen Vorgesetzten, der nicht nur banal wirkt, sondern auch angesichts einer weltumfassenden Invasion an wenig an den Haaren herbeigezogen. Überhaupt scheren sich die Soldaten scheinbar einen Dreck um die Invasion selbst. Sie können fleißig Krieg spielen, sich klischeehafte Kommandos zurufen und wie in einem waschechten Call of Duty –Spiel auf den Feind schießen. So wirkt Battle Los Angeles streckenweise eher wie ein Rekrutierungsvideo für die US-Armee, als wie ein Sci-Fi-Katastrophenfilm. Auch in Sachen darstellerischen Leistungen zeigt sich Battle Los Angeles auf unterstem Niveau. Charakterschauspieler Aaron Eckhart beispielsweise, ist in seiner Figur gefangen und bleibt so dem Zuschauer kaum in Erinnerung. Einzig allein Michelle Rodriguez kann als taffe Technikerin überzeugen. Überhaupt ist Rodriguez die einzige im ganzen Film, die für eine kurze witzige Szene sorgt, welches nicht nur das Szenario aufheitert, sondern auch im Gedächtnis bleibt.
Die Invasoren selbst hat es indes noch schlimmer getroffen. So schnell wie sie gekommen waren, verschwinden sie schlussendlich auch wieder. Warum sie beispielsweise genau die größten Städte der Welt angreifen bleibt ebenso ungeklärt, wie die Frage nach dem Grund. Zwar wird durch ein TV-Interview das Stichwort der Kolonisierung eingebracht, doch das hilft wenig dabei, den Feind transparenter zu gestalten. So bleiben die Außerirdischen eine unbekannte graue Masse, welche als Schießbudenfiguren für die Marines herhalten müssen. Anfangs werden hierbei die Aliens als fast unsterblich dargestellt, nur um dann im Finale schon bei Pistolenfeuer die Flaggen zu streichen.
Dass World Invasion: Battle Los Angeles dennoch kein komplettes Desaster geworden ist, liegt zum größten Teil an der schnörkellosen Inszenierung der Schlacht. Ständig explodiert etwas und L.A. liegt wahrlich in Trümmern. Brennende Autos, Häuser sowie eine zerstörte Umwelt, kreieren eine Kriegszone, welche durchgehend authentisch wirkt. Hinzukommt die Spiele-Optik, welche durch eine ständige Wackelkamera noch verstärkt wird. Zwar an einigen Stellen deutlich übertrieben, wirken die Feuergefechte so dennoch stets spannend und actionreich.