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1x3 – Episode 3

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Inhalt

Ein Nachmittag am See. Am Ufer spielen Kinder, die Sonne scheint. Eine Frau bahnt sich ihren Weg, vorbei an Handtüchern und Sonnenschirmen. Sie geht sehr aufrecht, den Blick streng geradeaus gerichtet. Ihre Anspannung löst sich auch nicht, als sie längst im Wasser steht. Später tritt sie ohne erkennbare Regung ihren Dienst als Krankenschwester an, und als während ihrer Nachtschicht eine Patientin stirbt, bleibt sie völlig unbeteiligt. Hat sie etwas mit deren Tod zu tun?

Kritik

Schuld als moralische Metapher, die Normalisierung medizinischer Gewalt und die bizarre Etikette zwischenmenschlicher Heuchelei sind die erstaunlich anspruchsvollen Themen, an die sich Michal Blaškos Mini-Serie heranwagt. In knappen Episoden tasten sich der tschechische Regisseur und Drehbuchautor Štěpán Hulík an einen fiktiven Fall, dessen kühle Kulissen und nüchterne Inszenierung bewusst das skandalöse Potenzial des Stoffs ignorieren. Die psychologische Spannung wächst stückweise mit der Charakterisierung der unnahbaren Protagonistin, deren ungerührte Miene einen menschlichen Abgrund erahnen lässt.

Tatsächlich sind es nicht konkrete Indizien, sondern die Verweigerung gekünstelter Trauer und mechanisch Professionalität, die Krankenschwester Hana (überzeugend: Elizaveta Maximová, Je suis Karl) ins Visier ihrer Vorgesetzten, der Medien und schließlich der Polizei bringen. Als eine pflegebedürftige Seniorin während der Spätschicht verstirbt, kommen Zweifel an einer natürlichen Todesursache auf. Hanas gefühlskalten Umgang mit den Patient*innen und ihren Verzicht auf Reanimation rückt die Handlung in ein ethisches Zwielicht, das in den besten Momenten das Wertfundament des Krankensystems hinterfragt.

Umso enttäuschender ist die Verzagtheit des mit bescheidenem Budget umgesetzten Dreiteilers, der sich gegen humanistisch maskierten Sadismus, Machtmissbrauch und Korruption nie eindeutig ausspricht. Dass Menschen gegen ihren ausdrücklichen Willen ins Leben zurück gezwungen werden, damit das Hospital weiter an ihnen verdienen kann, und Hanas Kolleginnen sich nicht aus Fürsorge intensiver um Patient*innen kümmern, sondern um Beschwerden der Verwandtschaft zu vermeiden, sind bedeutsame Details in einer Zeit, die ärztlichen Nimbus und Kasseneinkünfte über Patientenrechte stellt.

Fazit

Der sparsame Plot um medizinische Machtüberschreitung und routinierte Grausamkeit schmuggelt brisante Themen in einen äußerlich konventionellen Krankenhaus-Krimi. Dumpfe, fahle Farben transportieren die Freudlosigkeit, die sich von der Station ins Privatleben der Hauptfigur geschlichen hat. Vor einer konkreten Auseinandersetzung mit den ethischen Widersprüchen und prekären Zuständen des Krankenhausapparats schreckt die schlichte Story allerdings wiederholt zurück. So überzeugt die zwischen Konventionalität und Ambition zerrissene Mini-Reihe dank ihrer Hauptdarstellerin und atmosphärischer Zurückhaltung vorrangig als diffiziles Charakterbild.

Autor: Lida Bach

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