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"Poltergeist"-Debatte entfacht erneut: Führte wirklich Steven Spielberg heimlich Regie statt Tobe Hooper?

Stu

Von Stu

Quelle: Joseph Khan
Bildnachweis: © MGM | Werbemotiv zu "Poltergeist" (1982)

Seit der Veröffentlichung von Poltergeist im Jahr 1982 ranken sich zahlreiche Mythen und Spekulationen um den Horrorfilm-Klassiker. Einer der Gründe dafür ist die tragische Tatsache, dass mehrere Darsteller*innen der Reihe – die insgesamt aus drei Originalfilmen, einem Remake und verschiedenen Serienformaten besteht – früh verstorben sind. Gleichzeitig hält sich bis heute hartnäckig das Gerücht, dass nicht Regisseur  (The Texas Chain Saw Massacre), sondern vielmehr Steven Spielberg selbst den Film inszeniert habe, obwohl Spielberg offiziell lediglich als Produzent und Drehbuchautor geführt wird.

Filmkenner entfacht erneut die alte "Poltergeist"-Diskussion

Die Debatte darüber, wer bei Poltergeist tatsächlich Regie führte, wurde nun erneut entfacht – diesmal durch den Regisseur Joseph Kahn auf X. Kahn machte sich vor allem mit aufwendig produzierten Musikvideos für Künstler*innen wie George Michael, Britney Spears oder Taylor Swift einen Namen, inszenierte aber auch Spielfilme wie Hart am Limit oder Detention. Unabhängig davon, wie man seine Werke bewertet, gilt Kahn als ausgewiesener Filmkenner – weshalb seine Aussagen in der Branche durchaus Aufmerksamkeit erzeugen.

In seinem Beitrag erklärt Kahn unmissverständlich, dass für ihn eindeutig Spielberg hinter der Inszenierung von Poltergeist stecke. Wer das nicht erkenne, habe „kein Auge für Kino“, schreibt er sinngemäß. Besonders Schnitt, Kamerabewegungen sowie die visuelle Dynamik des Films seien unverkennbar Spielbergs Handschrift. Den Unterschied zwischen Hoopers und Spielbergs Stil beschreibt Kahn drastisch: Es sei, als würde Basketball-Legende Michael Jordan lediglich eine „Tobe-Hooper-Hülle“ tragen und trotzdem spektakuläre Dunks abliefern.

Außerdem argumentiert Kahn, dass Poltergeist mit typischen Spielberg-Objektiven und einer sehr charakteristischen Tiefenschärfe gearbeitet sei. Spielberg kontrolliere Blendenwerte und Bildtiefe auf eine Weise, die laut Kahn nur wenige Regisseur*innen beherrschen würden – und Hooper gehöre seiner Ansicht nach nicht dazu. Passend dazu werden seit Jahren auch Aussagen ehemaliger Beteiligter diskutiert. So erklärte etwa Zelda Rubinstein, die im Film das Medium Tangina Barrons spielte, einst gegenüber Ain’t It Cool News (via World of Reel):

„Ich kann sagen, dass Steven an allen sechs Tagen Regie führte, an denen ich am Set war. Ich habe nur sechs Tage an dem Film gearbeitet – und Steven war die ganze Zeit dort.“

Die Diskussion um die tatsächliche kreative Kontrolle hinter Poltergeist begleitet den Film bereits seit Jahrzehnten. Hintergrund ist unter anderem, dass Spielberg zur damaligen Zeit wegen vertraglicher Verpflichtungen bei E.T. - Der Außerirdische offiziell nicht selbst Regie führen durfte. Zeitzeugenberichte ehemaliger Crew-Mitglieder widersprechen sich bis heute: Einige betonen Hoopers kreative Verantwortung, andere schildern Spielberg als dominierende Kraft am Set. Eine endgültige Antwort dürfte es deshalb wohl auch weiterhin nicht geben.

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