Von Stu am Samstag, 29 August 2026, 10:00 Uhr
Bildnachweis: © Leonine | Szene aus "Primetime" (2026)
Ein neuer Thriller des Indie-Studios A24 sorgt bereits vor dem Kinostart für diverse Schlagzeilen und könnte dafür sorgen, dass in Hollywood bald ein neuer durchaus prominenter Rechtsstreit ansteht. Der Grund: Einer der bekanntesten TV-Gesichter der USA, Chris Hansen, sieht seine Rechte möglicherweise verletzt – und hat den Film bislang nicht einmal selbst gesehen.
Robert Pattinson spielt die fiktionalisierte Version
In Primetime übernimmt Robert Pattinson die Rolle einer Figur, die auf Hansen basiert. Regie führte Lance Oppenheim, der zuvor Dokus wie Spermworld drehte. Zur Besetzung gehört neben Pattinson noch Merritt Wever, Sean Bridgers, Skyler Gisondo, Matthew Maher und Phoebe Bridgers. In Deutschland wird Primetime am 24. September in den Kinos starten. Wer Interesse an dem Thema hat, sei die Dokumentation Predator (2025) auf Paramount+ empfohlen.
Der Film beschäftigt sich mit dessen Arbeit an To Catch a Predator und verwendet laut Hansen zudem Namen aus seinem beruflichen und privaten Umfeld. Genau das stößt bei dem ehemaligen Moderator auf Kritik. Er empfindet die Verwendung seines Namens sowie der Namen von Kollegen und Familienmitgliedern als ausbeuterisch und wenig transparent.
Besonders ungewöhnlich ist allerdings, dass Hansen den Film selbst noch gar nicht gesehen hat. Das hätte sich eigentlich bei einer privaten Vorführung ändern sollen. Hansen wurde von der Produktion eingeladen, sollte dafür jedoch eine Vertraulichkeitsvereinbarung unterschreiben. Weil er dies ablehnte, durfte er die Vorführung nicht besuchen.
Noch keine Klage gegen "Primetime"
Hansen behauptete anschließend, die Vereinbarung habe unter anderem seine Rechte an seinem Namen, seinem Bild und seiner Marke betroffen. Laut dem Bericht handelte es sich allerdings um ein übliches NDA, das auch anderen Besuchern von Vorabvorführungen vorgelegt wurde. Solche Vereinbarungen sollen verhindern, dass Informationen über einen noch unveröffentlichten Film nach außen gelangen.
Ob es tatsächlich zu einem Rechtsstreit kommt, ist derzeit völlig offen. Hansen erklärte lediglich, dass er sich juristischen Rat eingeholt habe und ein auf Entertainment-Recht spezialisierter Jurist ihm eine durchaus brauchbare Grundlage für eine Klage bescheinigt habe. Gleichzeitig will Hansen offenbar vermeiden, den Film durch einen öffentlichen Streit noch bekannter zu machen. Schließlich hat er Primetime bislang nicht gesehen und kann deshalb auch noch nicht beurteilen, wie seine Geschichte tatsächlich dargestellt wird.
Eine kuriose Wendung bekommt die Geschichte dadurch, dass Hansen offenbar gleichzeitig vom Kinostart profitieren möchte: Er soll für US-Vorstellungen von Primetime Werbeslots gebucht haben, um seinen eigenen True-Crime-Streamingdienst TruBlu zu bewerben. Dort führt Hansen weiterhin eigene Undercover-Ermittlungen durch. Mehr dazu hier: