Mit Train to Busan gelang Yeon Sang-ho einer der bekanntesten Zombie-Hits des südkoreanischen Kinos. Nun meldet sich der Regisseur mit einem deutlich anderen Genreprojekt zurück. Sein neuer Mystery- und Sci-Fi-Thriller Paradise Lost erzählt von einer Mutter, deren jahrelang verschwundener Sohn plötzlich wieder auftaucht. Doch statt eines glücklichen Wiedersehens entwickelt sich daraus ein psychologischer Albtraum. Der Film startet am 21. Oktober in Südkorea und wurde bereits in 118 Länder verkauft.
"Paradise Lost": Wenn der eigene Sohn plötzlich zum Fremden wird
Neun Jahre sind vergangen, seit ein Schulbus mit mehreren Kindern spurlos verschwand. Unter den Vermissten befand sich auch Sun-woo, der Sohn von So-young. Seitdem versucht die Mutter verzweifelt, mit dem Verlust umzugehen. Dabei hilft ihr eine moderne Technologie, die es ermöglicht, mit einer virtuellen Version ihres Kindes zu interagieren.
Als Sun-woo eines Tages tatsächlich zurückkehrt, scheint das Unmögliche geschehen zu sein. Doch der inzwischen erwachsene junge Mann ist nicht mehr das Kind, an das sich So-young erinnert. Seine Anwesenheit löst zunehmend Unbehagen aus, während die Grenzen zwischen Erinnerung, künstlicher Realität und Wirklichkeit verschwimmen.
Die Hauptrollen übernehmen Kim Hyun-joo (Hellbound, Jung_E) und Bae Hyun-sung (Family by Choice). Für das Drehbuch arbeitete Yeon Sang-ho mit Ryu Yong-jae zusammen. Die Geschichte basiert auf dem Roman Black Inferno von Oh Seong-eun und beschäftigt sich mit Trauer, familiären Beziehungen und der Frage, wie künstliche Intelligenz unsere Wahrnehmung geliebter Menschen verändern könnte.
Internationaler Erfolg noch vor dem regulären Kinostart
Paradise Lost feierte seine Weltpremiere bereits im September beim Toronto International Film Festival und wurde anschließend beim Busan International Film Festival gezeigt. Beide Festivalauftritte stießen auf großes Publikumsinteresse und waren nach Angaben des Verleihs ausverkauft.
Besonders bemerkenswert ist die internationale Vermarktung. CJ ENM bestätigte, dass die Vertriebsrechte bereits in 118 Länder verkauft wurden. Die Einnahmen aus diesen Verkäufen sollen sogar das Nettoproduktionsbudget übertroffen haben. In Nordamerika übernimmt Well Go USA die Veröffentlichung, die für den 6. November vorgesehen ist. Ob und wann der Film regulär in Deutschland erscheint, wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Für Yeon Sang-ho ist es bereits der zweite Film des Jahres nach dem Zombie-Thriller Colony. Anders als seine groß angelegten Genreproduktionen setzt Paradise Lost stärker auf psychologische Spannung und eine persönliche Geschichte. Die ursprüngliche Idee stammt dabei aus einer kurzen Erzählung, die seine eigene Mutter geschrieben hatte. Gerade diese Verbindung aus familiärem Drama, künstlicher Intelligenz und düsterem Mystery-Thriller macht das Projekt zu einem interessanten Vertreter des aktuellen südkoreanischen Genrekinos.
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