Die Grundanlage ist eigentlich stark: Eine Gruppe psychisch angeschlagener Soldaten, gesellschaftliche Außenseiter, wird ins Zentrum gerückt. Keine perfekte Eliteeinheit, sondern beschädigte, ironische, unangepasste Figuren. Diese Antiheldentruppe besitzt Charme, Witz und Dynamik. Ihre Dialoge funktionieren, ihre Chemie stimmt. Schade aber, Was als sympathisches Ensemble beginnt, endet als erzählerisches Durchlaufmodell. Hier verschenkt der Film seine stärkste menschliche Ebene.
Konzeptionell hingegen zeigt sich Mut. Die Idee, dass Predator-DNA zur evolutionären Selbstoptimierung genutzt wird, erweitert die Mythologie auf interessante Weise. Der Predator wird nicht nur als Jäger inszeniert, sondern als genetischer Kurator – als Spezies, die sich durch Aneignung weiterentwickelt. Auch die Predator-Hunde fügen der Jagdmechanik eine nette taktische Variation hinzu. Statt die Evolutionsidee wirklich auszuspielen, dient sie eher als Plotmotor.
Ton und Struktur wirken insgesamt unstet. Der Film schwankt zwischen selbstironischer Buddy-Komödie, brutaler Sci-Fi-Action und Franchise-Mythos-Erweiterung. Diese Mischung ist zwar energetisch, aber nicht immer ausgewogen.
Besonders im Finale wird das spürbar. Nach dem Aufbau eines größeren, überlegenen Gegners und militärischer Eskalation wirkt der Abschluss erstaunlich knapp. Der Showdown entfaltet nicht die ikonische Wucht, die man erwarten würde. Statt eines mythologischen Moments bleibt ein funktionales Ende. Es fühlt sich weniger wie ein Höhepunkt an, mehr wie ein rasches Abhaken.
Dennoch: Der Film ist keineswegs misslungen. Er ist temporeich, unterhaltsam und ideenfreudig. Er besitzt Humor und Energie. Doch er kratzt an Möglichkeiten, die er nicht ausschöpft. Die Außenseitertruppe hätte emotional tragen können. Die DNA-Idee hätte mythologisch vertiefen können. Das Finale hätte ikonisch zuspitzen können.