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flowzone

Kritik von flowzone

Schön gemachte hochglanz-Serie. Lustig, skurril und kreativ. Jonah Hill und Emma Stone sind klasse. Dazu eine Thematik, die unglaubliches Potenzial aufweist. So mein Fazit nach den ersten Folgen. 

Mit dem weiteren Verlauf stellte sich jedoch schnell eine Ernüchterung ein. Einerseits wurde das Potenzial leider nur an der Oberfläche ausgeschöpft und andererseits kristallisierten sich einige Dinge heraus, die ich sehr unpassend fand oder mich gestört haben.

Was die Reise ins Unterbewusstsein und den Mindfuck angeht, lässt sich "Maniac" ansatzweise mit Werken von David Lynch, Serien wie "Black Mirror" oder "Legion" vergleichen. Gegenüber den genannten Werken erscheint "Maniac" zwar charmant, aber vergleichsweise sehr simpel und überraschungsarm.
Direkt das Grundthema wird nicht so richtig beleuchtet, sondern nur im Ansatz und sehr vereinfacht gezeigt. Zwar in recht kreativen Traumwelten, aber dort und auch in der Realität mit unnötig viel Show (und Klamauk) aufgeblasen. Sehr schade, weil mir auch die Entwicklung und Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren gefallen hat.

Die Darsteller agieren dann aber definitiv zu theatralisch und drüber. Die ganze Serie ist mir zu sehr auf Show und Theater. Das fand ich sehr unpassend und wirkte oft unfreiwillig komisch. Durch diese Albernheit konnte sich auch nie ein anhaltender emotionaler Tenor einstellen.

Die Serie hat ein solides und spannendes Grundgerüst, welches aber immer als Gerüst erkennbar bleibt und nur überschaubar Substanz bietet. Die gezeigte Welt ist zwar stimmig und es gibt einige clevere Einfälle und auch Gefühlvolles (gerade zum Ende hin), hat aber nie richtig Tiefgang und wirkt zu clean.
Vieles ist sehr offensichtlich, konstruiert oder wirkt gewollt, gestellt und wenig aus sich selbst heraus (Figuren, Tiefgang, Welt). Dieses Problem haben meiner Ansicht nach einige Netflix-Produktionen (vor allem im Bereich authentische Charaktere und übermitteln von Emotionen und Bedeutung). Das hat mir oft zu wenig Hintergrund und Natürlichkeit. Da springe ich einfach nicht darauf an. 

Auch wie dem Zuschauer der soeben gesehene Mindfuck oder die Bedeutung und Wichtigkeit des Geschehens erklärt wird, fühle ich mich nicht ernst genommen: Einer der Hauptprotagonisten sagt am Schluss (extra für den Zuschauer und somit völlig unpassend), was das Erlebe zu bedeuten hat. Oder noch fragwürdiger, wenn die Serie dem Zuschauer anhand einer Punktevergabe während dem Erzählen von Emma Stone zeigt, was nun wie wichtig und bedeutend ist. Zu aufgesetzt, wie auf diese Art dem Zuschauer übermittelt wird, was für Gefühle dahinter stecken oder wie gewichtig das ist. Solche Dinge werden nicht organisch und natürlich eingewoben übermittelt. Besagte Szene hätte sogar ohne extra Hinweise für den Zuschauer funktioniert, weil sie Einblick in die Psyche und Gefühlswelt des Charakters von Emma Stone gab und von selbst wirken kann.

Maniac hätte für mich ein smarter, verworrener und dramatischer Trip werden können, welcher von mir aus auch nur ansatzweise an eine emotionale, komplexe und grenzgeniale Wucht eines "Legion" heranreicht. Nur ein Ticken mutiger für mehr Tiefgang in diesem Thema und gleichzeitig weniger aufgesetzt und theatralisch, und mir hätte Maniac gut gefallen.

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