Beiläufige Momente wie ein vergebens klingelndes Telefon oder eine versteckte Träne tragen die familiäre Dynamik Gu Juns nuancierten Vater-Sohn-Portäts. In einem prägnanten Wechsel von staatlichen zu individuellen Themen begleitet der chinesische Regisseur über vier Jahre lang den hochbegabten Hauptcharakter in einer formativen Entscheidungsphase. Die dabei entstehenden Auseinandersetzungen um das bedeutsame Kernthema autoritärer Kontrolle verraten dezente politische Analogien. Jene übergeht die konformistische Inszenierung indes ebenso wie die tieferliegenden Konflikte des allzu glatten Szenarios. Falscher Takt kann auch dramatische Dissonanzen schaffen.