Ohne didaktischen Kommentar oder sentimentale Stilmittel gewährt Sajad Imani einen unaufdringlichen Einblick in eine im Verschwinden begriffene Lebensweise. Deren zentrale Problematik sind die Gegenpole von Fortschritt und Tradition, Bildung und Brauchfolge, individuelle Sehnsüchte und familiäre Gemeinschaft. Bestimmt von Witterung, Jahreszeiten und archaischen Gesellschaftsregeln ist die nomadische Kultur gleichsam Relikt vergangener Zeiten und Spiegel einer regressiven Moderne. Vor diesem formal schlichten, thematisch vielschichtigen Hintergrund ist der Jahreskreislauf zugleich Sinnbild starrer Tradition und des unaufhaltsamen Wandels, der bis zuletzt nur eine vage Möglichkeit bleibt.
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